Stand: 06.06.2018 07:15 Uhr

Schlachthofmitarbeiter: Trotz Attest zur Arbeit?

Zu lange Arbeitszeiten, um den Lohn geprellt - immer wieder gibt es negative Schlagzeilen rund um die Leiharbeiter beim Schlachthof Weidemark in Sögel (Emsland). Der neueste Vorwurf: Rumänische Angestellte, die als Schlachter für Weidemark arbeiten, sollen von ihrem Subunternehmer genötigt worden sein, trotz Erkrankung zur Arbeit zur gehen. Dazu sollen keine Gehälter ausgezahlt worden sein. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen vertrauten sich insgesamt sechs Arbeitnehmer einer Beratungsstelle des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an. Nun soll ein Runder Tisch helfen, die Vorwürfe aufzuklären. Am Runden Tisch wollen sich Vertreter der Gemeinde Sögel, des Schlachthofs Weidemark und der dort Subunternehmen beteiligen. Ob die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ebenfalls eingeladen wird, sei noch nicht sicher, so ein Gemeindesprecher.

Vorarbeiter in der Unterkunft?

Zwei der Betroffenen hätten geschildert, dass ihr Subunternehmen sie trotz eines vorliegenden Attestes zur Arbeit schicken wollte. Dazu soll ein Vorarbeiter persönlich in die Unterkünfte der Arbeiter gegangen sein, um diese zu zwingen, zur Arbeit zu kommen. In einem anderen Fall sollen mehrere Werkvertragsarbeiter seit Monaten keinen Lohn erhalten haben, obwohl sie Ansprüche hätten. Auf eine Klage gegen ihre Subunternehmen würden Leiharbeiter meist auf Zeitgründen verzichten und anschließend in ihre Heimat zurückkehren, ohne ihr vollständiges Gehalt kassiert zu haben.

Weidemark: "Nicht akzeptabel"

Bei Weidemark selbst zeigt man sich überrascht von den neuen Vorwürfen. Erst durch einen Zeitungsbericht habe man von den Missständen erfahren, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Das Verhalten des Subunternehmens sei nicht akzeptabel. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat unterdessen die Firma aufgefordert, weitere Arbeitsverträge zurückzunehmen. Der NGG würden Kontrakte vorliegen, in denen Mitarbeiter einwilligen müssten, dass sie ihre Unterkünfte bei einer Kündigung umgehend zu verlassen hätten. "Damit wären sie obdachlos", sagte ein NGG-Sprecher.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 05.06.2018 | 09:30 Uhr

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