Der angeklagte Windkraftunternehmer Hendrik Holt steht in Handschellen im Amtsgericht Meppen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Prozess: Windkraft-Unternehmer weist Betrugsvorwürfe zurück

Stand: 14.10.2020 11:51 Uhr

Zum Auftakt des Prozesses um fingierte Windparks hat der angeklagte Jungunternehmer aus dem Emsland die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Anklage wirft ihm vor, Makler und Notare betrogen zu haben.

Im Zuge von Grundstücksgeschäften soll der 30-Jährige seine Geschäftspartner um mehr als eine halbe Million Euro betrogen haben. Zudem wirft die Anklage ihm vor, einer Düsseldorfer Firma vertragswidrig Honorar vorenthalten zu haben. Im Sommer habe er dann in den Libanon ausreisen wollen. Vor dem Amtsgericht in Meppen wies der 30-Jährige die Vorwürfe zurück: Das Grundstücksgeschäft sei nicht zustande gekommen. Das Honorar an die Düsseldorfer Firma sollte ihm zufolge bezahlt werden, aber dann sei er festgenommen worden. Der Jungunternehmer sitzt seit April in Untersuchungshaft.

Hauptverfahren startet voraussichtlich noch in diesem Jahr

Das Verfahren ist Teil eines größeren Ermittlungskomplexes gegen den Angeklagten und weitere Beschuldigte. Von seinem Geschäftssitz in Haselünne aus soll der Mann internationalen Energiekonzernen ausgedachte Windparks verkauft und sie um mehr als zehn Millionen Euro betrogen haben. In dem Betrugskomplex geht es unter anderem auch um gefälschte Unterschriften und vorgetäuschte Grundstückskäufe. Auch der Finanzchef und Familienmitglieder des 30-Jährigen sollen in die Betrugsgeschäfte verwickelt gewesen sein. Das Hauptverfahren am Landgericht Osnabrück soll laut Staatsanwaltschaft noch in diesem Jahr eröffnet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.10.2020 | 12:00 Uhr

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