Stand: 15.10.2013 16:15 Uhr

LKA ermittelt zu Häcksler-Anschlägen

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Während der Erntezeit verüben Unbekannte Anschläge auf Maishäcksler. (Archivbild)

Noch immer ist völlig unklar, wer hinter den Anschlägen auf die Maishäcksler im Sulinger Land (Landkreis Diepholz) steckt. Seit dem jüngsten Anschlag am 7. Oktober habe es aber keine weiteren Angriffe gegeben, sagte ein Polizeisprecher NDR 1 Niedersachsen. Auch die Polizei in Schwanewede (Landkreis Osterholz-Scharmbeck) hat noch keine heiße Spur. Dort war am vergangenen Sonnabend während der Maisernte eine Metallstange in einen Häcksler geraten. Die Ermittlungen gestalten sich den Angaben zufolge schwierig. Es gebe keine Zeugenhinweise auf mögliche Täter. Experten des Landeskriminalamtes in Hannover sollen die sichergestellten Metallstangen nun auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersuchen.

Sechs Anschläge in neun Tagen

In Schwanewede hatte der Fahrer eines Häckslers während der Maisernte auf einem Feld einen Fremdkörper sichergestellt. Der Metalldetektor des Fahrzeugs hatte Alarm ausgelöst, daraufhin fand der Fahrer eine Metallstange, die von einem Unbekannten an einer Maispflanze befestigt worden war. Im Sulinger Land verübten Unbekannte in neun Tagen bereits sechs Anschläge auf Maishäcksler. Die Häcksler von Helmut Meins, Chef eines Lohnunternehmens in Cantrup, werden schon seit vier Jahren immer wieder attackiert.

"Der würde garantiert mit seinem Leben bezahlen"

So massiv seien die Angriffe noch nie gewesen, sagte Meins dem NDR. Die Unbekannten stecken eine Metallstange in das Maisfeld oder befestigen eine Metallstange an den Pflanzen. Diese blockiert dann das Häckselwerk der Maschinen bei der Ernte. Würde das Metall durch die Maschine hindurchgehen und einen Menschen treffen, "der würde garantiert mit seinem Leben bezahlen", ist sich Meins sicher. Auch deshalb ermittelt die Polizei intensiv. Auffällig ist, dass der Täter offenbar weiß, auf welchen Feldern die Häcksler von Meins unterwegs sind. Für den Lohnunternehmer ist es aber unmöglich, die riesigen Maisfelder vorher abzusuchen.

30.000 Euro Schaden pro Angriff

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Möglicherweise wollen die Unbekannten gegen die "Vermaisung" protestieren. (Archivbild)

Das Motiv des oder der Täter ist unklar. Möglicherweise protestieren Menschen gegen zunehmende Monokulturen, die sogenannte Vermaisung. Oder jemand will den Lohnunternehmern schaden. Bisher wurde niemand verletzt, doch die Angriffe sind zermürbend, wie Meins sagt. Drei Sabotage-Akte hat er in den vergangenen zwei Wochen erlebt. Das kostet ihn jeweils einen Tag in der Werkstatt und rund 30.000 Euro. Die Maisernte dauert noch knapp zwei Wochen.

Auch andere Regionen betroffen

Metallanschläge auf die Maisernte kommen auch in anderen Regionen vor. Vor zwei Jahren wurde unter anderem in Bad Gandersheim (Landkreis Northeim) ein Häcksler während der Erntearbeiten mutwillig beschädigt. Im Landkreis Diepholz gab es im vergangenen Jahr Anschläge in Sulingen, Scholen und Maasen sowie im Raum Twistringen und Weyhe.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.10.2013 | 19:30 Uhr

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