Stand: 03.09.2019 07:13 Uhr  - NaturNah

Ein Jahr nach Moorbrand: "Natur findet Lösungen"

Das Moor brennt, Rauchschwaden ziehen über ganz Norddeutschland. Heute ist es genau ein Jahr her, dass ein Raketentest auf dem Bundeswehr-Testgelände nahe Meppen im Emsland den verheerenden Moorbrand auslöste. Experten schätzen, dass bis zu einer Million Tonnen CO2 freigesetzt wurden. Pflanzen und Tiere haben gelitten. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies fordert von der Bundeswehr Entschädigung in Millionenhöhe.

Umweltschützerin: Ausmaß der Zerstörung "entsetzlich"

Auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle liegt das Naturschutzgebiet Tinner und Staverner Dose. Jutta Over vom Naturschutzbund (NABU) Deutschland, die die Folgen des Moorbrands dokumentiert, spricht von einem enormen Verlust in diesem Bereich. "Wir wissen, wie viele Tiere hier unterwegs sind, auch von seltenen Arten. Wie viele Brutvögel ihre Jungen hier großziehen, wie viele Kröten und Echsen, Schmetterlingspuppen und Libellenlarven hier sind", sagt Over. "Wenn man sich dann das Ausmaß der Vernichtung vorstellt, ist das entsetzlich."

NDR Sendungen zum Moorbrand

Dienstag


Donnerstag

  • 19 Uhr Unser Thema - Der Moorbrand und die Folgen - von Hedwig Ahrens/NDR 1 Niedersachsen

Veränderte Pflanzenwelt im Moor

Das Schutzgebiet Tinner und Staverner Dose ist zwölf Kilometer lang und vier Kilometer breit. Beim Überblicken der Moorfläche sehe man, dass überall der schwarze Torf durchschimmere, so Over. "Zwar ist das Pfeifengras wieder gesprossen, das ist grün. Aber Pfeifengras ist nicht das, was wir hier haben wollen. Das ist ein Störzeiger. Und der vernässte Torf, der mit Torfmoosen bewachsen ist, ist kaum noch zu sehen." Zu finden ist dagegen das schmalblättrige Weidenröschen, eine Pflanze mit lilafarbenen Blüten. "Das heißt auch Brandkraut", sagt Over. "Das ist eine typische Pflanze, die sich an Brandstellen ausbreitet."

Verkohlte Birken bei Stavern

Besonders deutliche Spuren hat der Moorbrand in der Nähe der Ortschaft Stavern hinterlassen. Auch dort ist Jutta Over regelmäßig zur Dokumentation der Schäden unterwegs. "Da kommen die Birken hoch wie Haare auf dem Hund", beschreibt sie. "Wir haben alte Birken, die verkohlt sind - die stehen als gespenstische Silhouetten herum."

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"Moorbrand hat Menschen wachgerüttelt"

Nicht allein der Moorbrand hat der Landschaft im Emsland zugesetzt, auch die zwei trockenen Sommer in Folge hinterlassen Spuren. Umso schwieriger wird es für das Naturschutzgebiet, sich von dem Feuer im Herbst 2018 zu erholen. Over ist aber optimistisch: "Die Natur ist dynamisch, sie findet Lösungen für verschiedene Störungen. Da muss man einfach beobachten, was sich für eine Lebensgemeinschaft einstellt." Zudem habe der Moorbrand viele Menschen wachgerüttelt und die Bedeutung der Natur und des Schutzgebiets deutlich gemacht. "Durch gemeinsame Anstrengungen kann man vielleicht sogar Verbesserungen erreichen, die vorher nicht stattgefunden hätten", hofft Over. Und: Ohne das Waffentestgelände der Bundeswehr gäbe es dieses einzigartige Naturschutzgebiet im Emsland gar nicht, sagt der NABU.

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Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 02.09.2019 | 18:00 Uhr

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