Stand: 12.03.2019 21:14 Uhr

Bischöfe für mehr Frauen in Führungspositionen

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat die deutschen Bischöfe und die Verwaltungschefs der Bistümer dazu aufgerufen, Führungspositionen häufiger mit Frauen zu besetzen. Frauen sollten in der ganzen Vielfalt kirchlicher Leitungsaufgaben vorkommen, sagte Bode am Dienstag bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). "Wir müssen das wirklich wollen und auch umsetzen", betonte Bode. Auch beim Thema sexueller Missbrauch sollten Frauen mit entscheiden: Sie könnten helfen, Vertrauen zurückzugewinnen, "das wir in vielerlei Hinsicht verspielt haben", sagte Bode.

Zwei Frauen und ein Mann.

Bischofskonferenz zu Frauen in der Kirche

Hallo Niedersachsen -

Mit dem Thema Gleichstellung befasst sich die Deutsche Bischofs-Konferenz in Lingen: Wie können mehr Frauen in Spitzenpositionen der katholischen Kirche kommen?

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Ziel: Ein Drittel Frauen oder mehr

Bode stellte am Dienstag eine aktuelle Studie zu Frauen in Leitungspositionen in den Verwaltungen der Diözesen vor. Demnach stieg der Anteil der Frauen auf der oberen Leitungsebene von 2013 bis 2018 von 13 auf rund 19 Prozent. Auf der mittleren Leitungsebene wuchs der Anteil von rund 19 auf nun 23 Prozent. Ziel der Bischofskonferenz ist es, einen Frauenanteil in Leitungspositionen von mindestens einem Drittel zu erreichen.

Marx spricht sich für Quote aus

Zum Auftakt der Konferenz am Montag hatte der Vorsitzende, der Münchener Kardinal Reinhard Marx, betont, dass in den Bistümern intensiv an der Förderung von Frauen gearbeitet werden müsse. Marx bekannte, mittlerweile Befürworter einer Quote zu sein - diese ist von der Bischofskonferenz allerdings nicht geplant. Die Kirche müsse intensiv daran arbeiten, Frauen in Führungspositionen zu fördern. Denn: "Wo Männer und Frauen zusammenarbeiten, ist es besser", sagte Marx. Von alleine funktioniere das aber leider nicht. Ob das auch bedeute, dass Frauen in Zukunft Priesterinnen werden können, darauf wollte er sich nicht festlegen.

Unterschriften für Erneuerung der Kirche

Viele Frauen in der Kirche haben von ihren Bischöfen mehr Entgegenkommen gefordert. Nach Angaben der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands beteiligten sich am Montagabend mehr als 300 Menschen an einem Schweigemarsch und einer Klageandacht. Außerdem drückten sie mit der Aktion "#MachtLichtAn" ihre Hoffnung auf eine Erneuerung der Kirche aus. Dafür richteten sie am Abend nach dem Eröffnungsgottesdienst in der Lingener St.-Bonifatius-Kirche Taschenlampen auf das Kirchenportal. Dem Osnabrücker Bischof Bode wurden knapp 30.000 Unterschriften überreicht, mit denen der Forderung nach Aufklärung der Missbrauchsfälle und einer Erneuerung der Kirche Nachdruck verliehen werden soll.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 12.03.2019 | 18:00 Uhr

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