Stand: 14.11.2018 17:14 Uhr

VW: E-Auto und Jobgarantie für Emden und Hannover

Gute Nachrichten für die VW-Mitarbeiter in Emden und bei VW-Nutzfahrzeuge in Hannover: Das Unternehmen hat der Stammbelegschaft am Mittwochvormittag eine Jobgarantie bis 2028 ausgesprochen. NDR 1 Niedersachsen hatte im Vorfeld der Betriebsversammlung in Emden darüber berichtet. Gleichzeitig baut VW sein Werk in Ostfriesland in den kommenden drei Jahren auf Elektromobilität um und stellt dort die Produktion des Passats ein. In Hannover soll neben konventionell betriebenen Fahrzeugen ab 2022 ein Elektro-Bulli gefertigt werden. Der Aufsichtsrat will am Freitag über die Pläne entscheiden.

Politik begrüßt die Entwicklung bei VW

Die Ankündigungen von VW waren auch Thema im Landtag. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) informierte das Parlament über die Punkte. "Die Landesregierung begrüßt die Vereinbarung zwischen dem Vorstand und dem Betriebsrat", sagte Weil. "Wir finden es richtig, dass der Strukturwandel nicht abgewartet, sondern gestaltet wird. Wir freuen uns darüber, dass damit eine klare Absicherung der Standorte verbunden ist." Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Mareike Wulf sagte: "Wir wollen und wir müssen Mobilitätsland in Niedersachsen bleiben. Dabei werden wir auf die sozialen Aspekte und auf die Beschäftigten Rücksicht nehmen."

Opposition auf Linie der Landesregierung

Auch die Opposition begrüßt die Pläne. "Die Umstellung auf Elektromobilität kann uns hier im Hause nur freuen", sagte Anja Piel, Fraktionsvorsitzende der Grünen. "Man kann deutlich daran erkennen, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen Arbeitsplatzsicherung und Aufbruch in die Mobilitätswende." Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent Anteilseigner beim größten Arbeitgeber Niedersachsens.

Weniger Personal für die Fertigung von E-Autos

Die künftig in Emden gebauten elektrischen Kleinwagen könnten weniger als 20.000 Euro kosten. Die ersten Modelle sollen 2022 vom Band laufen. Weil für den Bau weniger Personal benötigt wird, herrschte in der Belegschaft Unsicherheit wegen möglicher Entlassungen. "Da der Bau von Elektrofahrzeugen weniger Produktionsschritte umfasst, benötigen wir in der Konsequenz auch weniger Arbeitskräfte", bestätigte Personalvorstand Gunnar Kilian auf der Betriebsversammlung. Die Diskrepanz werde "entlang der demografischen Kurve über Altersteilzeit sozialverträglich angepasst", sagte Kilian. Rund 500 Angestellte mit befristeten Verträgen bekommen die Möglichkeit auf Entfristung bei Porsche in Zuffenhausen, Ludwigsburg und Sachsenheim sowie im VW-Werk Kassel.

E-Mobilität soll Zukunft sichern

Mit Emden und Hannover soll nach Plänen des Konzerns in Niedersachsen das zweite E-Mobilitätszentrum neben Zwickau entstehen. Die Ausrichtung der drei Standorte sei der "größte Verbund zur Produktion von E-Fahrzeugen in Europa", sagte Kilian. Manfred Wulff sieht die Vereinbarung als großen Erfolg. "Die Automobilindustrie und Volkswagen befinden sich im größten Wandel ihrer Geschichte", sagte der Betriebsratsvorsitzende des Werks in Emden. "Die Beschäftigungsgarantie bis 2028 gibt unseren Kollegen und ihren Familien Sicherheit, der Einstieg in die Elektromobilität ist eine klare Zukunftsperspektive."

30 Tage Kurzarbeit für 2019 angemeldet

Das Werk leidet zudem unter fallenden Verkaufszahlen des Passats. Ursprünglich sollten in diesem Jahr 251.000 Passat in Emden gefertigt werden, bis Ende Dezember werden es Medienberichten zufolge aber offenbar nur 229.000 Modelle sein. Teile der Belegschaft werden schon an die VW-Tochter Porsche nach Stuttgart verliehen. Auch Kurzarbeit und Schließtage sind im Emder Werk keine Ausnahme mehr. 2019 sind im Werk bis Ende April bereits 30 Tage Kurzarbeit angemeldet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 14.11.2018 | 14:00 Uhr

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