Stand: 15.11.2018 11:16 Uhr

Meyer Werft ist mit vielen Schiffen in Verzug

Das Kreuzfahrtschiff Aidanova bei der Überführung auf der Ems. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam
Die für den 15. November geplante Übergabe der "AIDAnova" verzögert sich. (Archivbild)

Die Papenburger Meyer Werft ist nach der Lieferverzögerung bei der "AIDAnova" offenbar auch bei anderen Schiffsneubauten deutlich in Verzug. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Donnerstagausgabe) mit Verweis auf interne Veröffentlichungen. Dem Bericht zufolge soll die Werft in einem Mitarbeitermagazin zu freiwilliger Mehrarbeit aufgerufen haben. Die Belegschaft in "kritischen Bereichen" sei dazu aufgerufen worden, bis zu 45 Stunden pro Woche zu arbeiten, heißt es. Die großen Verzögerungen ließen sich nur mit außergewöhnlichen Maßnahmen wieder aufholen, wird Unternehmenschef Bernard Meyer in dem Magazin zitiert.

Werft kommentiert Berichte über Verzug nicht

Werftsprecher Peter Hackmann wollte den Bericht der NOZ weder bestätigen noch dementieren. "Was wir mit unserer Mannschaft besprechen, bleibt selbstverständlich intern", sagte er auf Anfrage von NDR.de. Die Werft arbeite allerdings mit Hochdruck an allen Projekten. Nach Informationen der NOZ soll es auf der Werft auch organisatorische Veränderungen geben. So sollen Aufgabenbereiche neu aufgestellt und die Geschäftsleitung erweitert werden. Auch dies wollte die Werft nicht kommentieren.

Neuer Übergabetermin der "AIDAnova" bleibt geheim

Bereits seit einigen Wochen ist bekannt, dass die kürzlich überführte "AIDAnova" später fertig wird als vorgesehen. Ursprünglich sollte das Kreuzfahrtschiff heute in Bremerhaven an die Reederei AIDA Cruises übergeben werden. Nach einem Kabinenbrand Ende Oktober teilte die Werft mit, dass dieser Termin nicht gehalten werden kann. Begründet wurde die Entscheidung damals mit dem "aktuellen Ausbaustatus" des Schiffes. Den neuen Termin für die Übergabe gibt die Werft nicht öffentlich bekannt. Werftsprecher Hackmann sagte lediglich, dass nach derzeitigem Stand die für den 2. Dezember vorgesehene Jungfernfahrt wie geplant stattfinden werde. AIDA Cruises wollte sich gegenüber NDR.de nicht dazu äußern.

"AIDAnova" absolviert erste Probefahrt erfolgreich

Die "AIDAnova" ist am Dienstag von einer ersten sechstägigen Probefahrt, die wegen des Brandes verschoben worden war, ins niederländische Eemshaven zurückgekehrt. In der Nordsee seien umfangreiche Testprogramme absolviert worden, sagte Hackmann. Das sei alles gut verlaufen. Laut der Internetseite Marine Traffic hat das Schiff dabei als 3.000 Kilometer - zum Teil auch unter Höchstgeschwindigkeit - zurückgelegt. Hackmann räumte allerdings ein, dass es an Bord noch eine Menge zu tun gebe. Neben dem Innenausbau würden derzeit zahlreiche Erprobungen und Abnahmen laufen. "Wir arbeiten konzentriert weiter", so der Sprecher. Seinen Angaben zufolge soll das Schiff am Wochenende zu einer zweiten mehrtägigen Probefahrt aufbrechen.

Premiere für LNG-Antrieb

Den zeitlichen Verzug bei der Fertigstellung begründete Hackmann mit der Größe und der Komplexität des Prototyps sowie den neuen technischen Anlagen. Die "AIDAnova" ist das erste von der Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff, das komplett mit Flüssiggas (LNG) betrieben werden kann. Auch die Informationen der NOZ deuten darauf hin, dass es beim Bau des Schiffes erhebliche Probleme gegeben hat. "Wir müssen hinterfragen, was wir bei der 'AIDAnova' falsch gemacht haben und warum wir Warnsignale missachtet haben", zitiert die Zeitung aus dem Mitarbeitermagazin der Werft.

Weitere Informationen
Die "AIDAnova" liegt im Werfthafen der Meyer Werft in Papenburg. © NDR Foto: Oliver Gressieker

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Die niederländische Polizei geht Hinweisen auf Brandstiftung beim Kabinenbrand auf der "AIDAnova" nach. Noch sei man aber nicht vollkommen sicher. Untersuchungen und Befragungen laufen. (02.11.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 15.11.2018 | 07:30 Uhr

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