Stand: 21.05.2019 11:09 Uhr

"MSC Zoe": Behörden überprüfen Container-Bergung

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Das Spezialschiff "Atlantic Tonjer" birgt verloren gegangene Container und Ladung der "MSC Zoe". (Themenbild)

Ein Großteil der bei der Havarie der "MSC Zoe" verloren gegangenen Container und Ladungsteile soll geborgen sein. Das erklärten am Montag das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Emden sowie die nationale Straßen- und Wasserbaubehörde in Den Haag. Die Behörden verweisen auf Auskünfte des Bergungsunternehmens Seazip Am 2. Januar waren bei starkem Wellengang 342 Container über Bord gegangen, die meisten davon wurden vor der niederländischen Küste geortet. Knapp fünf Monate später sollen mehr als 85 Prozent der lokalisierten Wrackstücke aus dem Wasser geholt worden sein. Das müsse nun nach gemeinsamen Standards deutscher und niederländischer Behörden überprüft werden, sagte Günther Rohe, stellvertretender WSA-Leiter, gegenüber NDR.de.

Deutsche und Niederländer überprüfen Stand der Arbeiten im Juni

"Bei den Angaben handelt es sich um die Einschätzung des Bergungsteams. Das müssen wir natürlich gemeinsam mit den Niederländern auf unsere Qualitätsansprüche hin hinterfragen", sagte Rohe dem NDR. "Beim ersten Betrachten sieht es sehr gut aus, das Unternehmen hat ein sehr professionelles Monitoring." Im Juni werden sich niederländische und deutsche Behörden zusammensetzen, um "einen gemeinsamen Ansatz" in der Bewertung des Bergungsstands zu finden. "Wir müssen schauen, was noch auf dem Meeresgrund liegt, der 'MSC Zoe' zuzuordnen ist und ob die Teile gegebenenfalls Problemfälle für die Umwelt oder Hindernisse für die Schifffahrt darstellen", sagte Rohe. Dazu würden unter anderem Peilunterlagen und Wrackteile ausgewertet. Die geborgene Ladung wird vom Spezialschiff "Atlantic Tonjer" aus dem Wasser geholt, in zwei niederländische Häfen gebracht und dort gelagert.

Bergung im Spätsommer beendet?

Wann die Arbeiten beendet sein werden, sei dementsprechend noch nicht sicher zu bestimmen, sagte Rohe. "Das hängt von den Ergebnissen ab, die das Bergungsunternehmen liefert." Stellen diese sich so dar, wie vom Unternehmen benannt, könnten die Arbeiten im Spätsommer offiziell eingestellt werden. Ein weiterer Punkt, der diskutiert werden muss, ist die Haftungsfrage. "Was passiert, wenn wir die Bergung offiziell beenden und später weitere Ladung auftaucht?", fragte Rohe. "Es muss sichergestellt sein, dass der Eigentümer in der Verantwortlichkeit bleibt."

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Verbleib des zweien Gefahrgutcontainers unklar

Unklar ist derzeit, ob alle Gefahrgutcontainer in Sicherheit gebracht werden konnten. Unter den havarierten Boxen waren zwei mit gefährlicher Ladung. Einer von ihnen soll Anfang April nahe Borkum geborgen worden sein. Ob auch der zweite gefunden wurde, ist derzeit nicht bekannt. Niedersachsen hatte nach der Havarie der "MSC Zoe" Peilsender für Gefahrgut-Container gefordert, da die gesunkenen Container äußerst schwierig zu finden sind.

Auswirkungen womöglich noch jahrelang spürbar

Bereits direkt nach der Havarie hatten unter anderem elektronische Geräte und Plastikteile die Strände auf mehreren ostfriesischen Inseln verschmutzt. Niederländische Wissenschaftler fürchten jedoch, dass ein Teil der Ladung noch lange im Meer treibt und möglicherweise noch Jahre später angeschwemmt wird. Die Problematik beschäftigt auch die Behörden beider Länder. Die Niederlande beraten nach eigenen Angaben derzeit über den Einsatz von Fischerbooten, die mit ihren Netzen weitere Reste vom Meeresboden an die Oberfläche holen sollen. Zudem bekommen Fischer weiter Geld, wenn sie Ladungsreste an Land bringen, die in ihren Netzen landen. Mögliche negative Auswirkungen insbesondere von Mikroplastik auf die Meeresfauna wird im Auftrag des niederländischen Staates an der Universität Wageningen untersucht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.05.2019 | 17:00 Uhr

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