Stand: 17.09.2019 14:27 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Havarie "MSC Zoe": Container-Suche eingestellt

Über Monate sind Container und ihre Ladung aus der Nordsee geborgen worden. Die deutschen Behörden haben die Suche nach den übrigen Containern nun aber aufgegeben.

Am 2. Januar hat der Frachter "MSC Zoe" in stürmischer See fast 350 Container verloren. Wochenlang wurden an holländischen und deutschen Stränden Plastikspielzeug, Schuhe und viele andere Gegenstände aus der Ladung angespült. Jetzt ist die Suche eingestellt worden, zumindest auf deutscher Seite. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Von den 85 Containern, die vor der niedersächsischen Küste vermutet werden, bleibt rund ein Viertel wohl für immer in Einzelteilen auf dem Meeresgrund liegen.

Deutsche Behörden wollen "juristischen Schlussstrich"

"Wir würden jetzt nur noch die Nadel im Heuhaufen suchen", sagt Helmut Olthoff vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden (WSA). Das Suchgebiet auf deutscher Seite umfasst nahezu 800 Quadratkilometer. "Das alles ist sehr unbefriedigend, aber nun müssen wir wohl damit leben", so der Behördenvertreter. Die Reederei MSC hatte versprochen, für den Schaden und die Kosten der Bergung aufzukommen. Das hat sie Olthoff zufolge auch eingehalten. Jetzt wollten die deutschen Behörden mit MSC einen juristischen Schlussstrich ziehen. Wie der aussehen könne, sei aber noch unklar.

Niederländische Umweltschützer verärgert über Reederei

In den Niederlanden wird die Suche nach Angaben der Naturschutzorganisation Waddenvereniging hingegen fortgesetzt, wie NDR 1 Niedersachsen weiter berichtet. Allerdings werde nur auf Druck der staatlichen Behörden weiter gesucht und die Arbeiten verliefen schleppend, beklagt Ellen Kuipers, Sprecherin der Naturschützer. Fast 50 Container sollen demnach noch aufgespürt werden. Die Organisation zeigt sich zudem äußerst unzufrieden mit der Reederei: Diese habe bislang lediglich ein Fünftel der Kosten fürs Suchen und Bergen beglichen. Die Waddenvereniging habe einen Brandbrief an MSC geschrieben, bislang jedoch noch keine Antwort erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.09.2019 | 17:00 Uhr

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