Stand: 20.10.2019 14:00 Uhr

Happy End in Delmenhorst: Frauchen für "Betty"

Hündin "Betty" hat bei Tierärztin Angelika Hoffmann ein neues Zuhause.

Seit eineinhalb Monaten ist "Betty" jetzt bei Angelika Hoffmann - und sie darf bleiben. Die Tierärztin aus Delmenhorst hat sich dazu entschlossen, den zehn Jahre alten American Bully zu behalten. Sie hält diese Entscheidung für die beste Lösung in dem Fall. "Es ist ein schwieriger Hund", sagte Hoffmann NDR.de am Sonntag. Die Vorgeschichte von "Betty" wird ihren Teil dazu beigetragen haben: Anfang September hatten Passanten das Tier an einer Bundesstraße bei Bookholzberg (Landkreis Oldenburg) entdeckt. Als Hoffmann und ihr Team die Hündin untersuchen, finden sie unzählige Narben und Bisswunden. Schnell kommt ein Verdacht auf: Wurde "Betty", wie sie das Tier nennen, als "Bait Dog" missbraucht?

"Haben sie kennengelernt, als sie fast tot war"

Unter "Bait Dogs", also Köderhunden, werden in der Hundekampf-Szene Tiere bezeichnet, an denen Hunde, die später kämpfen sollen, trainiert werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den mutmaßlich letzten Halter von "Betty", Anfang Oktober wurde seine Wohnung in Ganderkesee durchsucht. Ein Ergebnis liegt bislang noch nicht vor. Der Hund war schwer gezeichnet, als er in die Tierarztpraxis kam. "Wir haben sie kennengelernt, als sie fast tot war", so Hoffmann. Doch langsam geht es bergauf: Die zerbissenen Ohren wurden operiert, auch ein verletztes Auge wurde versorgt. Danach soll noch eine Zyste an den Eierstöcken entfernt werden. "Betty" hat laut der Veterinärin geschätzt 80 Welpen zur Welt gebracht.

20.000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen

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"Betty" lebt nun mit drei anderen Hunden zusammen - und beansprucht die Führungsrolle.

Das total verängstigte Tier, das Anfang September nach Delmenhorst kam, taut langsam auf. "Sie wird selbstbewusster", sagt Hoffmann. In ihrem neuen Zuhause wohnt "Betty" mit drei anderen Hunden zusammen. Und: "Sie beansprucht schon die Führungsrolle", so die Tierärztin. Sie wüsste genau, dass ihr in der Praxis geholfen wurde und benehme sich dort entsprechend. Jeden Tag kämen noch Pakete von Menschen aus ganz Deutschland an, die "Bettys" Schicksal bewegt hat. Auch Geld sei zusammengekommen - insgesamt etwa 20.000 Euro an Spenden, so Hoffmann. Die Behandlungskosten taxiert sie auf insgesamt 3- bis 4.000 Euro, den gesamten Rest will sie an das Tierheim Delmenhorst weiterleiten, kündigte sie an.

Weitere Informationen

Der Fall "Betty": Hundekämpfe im Nordwesten?

In Bookholzberg wird ein schwer verletzter Hund ausgesetzt - ein Hinweis auf eine Hundekampf-Szene? "Nein", sagen Polizei und Verwaltung - "Ja", sagen Tierheim-Mitarbeiter der Region. (27.09.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.10.2019 | 17:00 Uhr

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