Stand: 21.11.2017 18:30 Uhr

Graffiti-Haus in Aurich muss übermalt werden

Es ist ein großflächiges Kunstwerk, mit dem die Auricherin Elke Lenk ihr Wohn- und Geschäftshaus in der Fußgängerzone hat bemalen lassen. Darauf zu sehen ist eine ostfriesische Landschaft, ganz stilecht mit einer Kuh, Gras und Blumen. Und alles in kräftigen Farben. Doch das Graffito muss weg - zumindest bis auf einen kleinen Teil. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs von Eigentümerin und Stadtverwaltung am Dienstag. Die Stadt hatte die Entfernung der Malerei gefordert. Sie pocht auf den Ensemble-Schutz und hat Lenk eine Frist bis Anfang Dezember gesetzt, um das Kunstwerk zu entfernen.

Ensemble durch Bemalung verunstaltet

Grund dafür, dass die Kuh, das Gras und die Blumen weg sollen, ist, dass das Haus neben einem denkmalgeschützten Gebäude steht. Durch die Bemalung werde das Ensemble verunstaltet, so die Stadt. Nun muss Lenk das Haus umstreichen, in weiß, braun oder grau. Immerhin ein bisschen türkis vom Graffito darf sie stehen lassen. Das ist der kleine Kompromiss, auf den sich Stadt und Eigentümer geeinigt haben. Lenk konnte die Anordnung zum Umstreichen überhaupt nicht nachvollziehen. "Ich wollte doch nur ein schönes Bild an meinem grauen, eintönigen Haus haben", sagte sie NDR 1 Niedersachsen. "Die Idee, aus dem Gebäude ein Kunstwerk zu machen, ist doch sehr charmant."

Graffiti-Landschaft soll von Haus verschwinden

Stadtverwaltung: "Petition wird nichts nützen"

Unterstützt beim Kampf gegen die Anstreich-Anordnung wurde sie von der bekannten Auricher Punkband Knallfrosch Elektro. Die Musiker haben eine Petition gestartet und zahlreiche Unterschriften gesammelt. Der Stadt ist das offenbar egal. "Das wird nichts nützen", sagte der stellvertretende Stadtbaurat Kai-Michael Heinze. "Neben einem denkmalgeschützten Gebäude in der Fußgängerzone ein Graffiti anzubringen, das passt einfach nicht. Da gibt es keinen Ermessensspielraum." Gestrichen werden muss das Gebäude bis 1. Dezember. Ob das klappt, ist fraglich. Eigentümerin Lenk muss nun zunächst einen Maler finden. Falls sie das Haus nicht rechtzeitig übermalt, droht ein Zwangsgeld.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.11.2017 | 17:00 Uhr

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