"Gorch Fock" erreicht Lemwerder - letzte Arbeiten stehen an

Stand: 11.03.2021 06:51 Uhr

Die "Gorch Fock" hat wieder Wasser unterm Kiel: Gestern wurde das Segelschulschiff der Marine über eine Art Fahrstuhl an der Lürssen-Werft in Berne direkt in die Weser gelassen.

Zentimeter für Zentimeter näherte sich die "Gorch Fock" ihrem Element, bis sie schließlich wieder ganz auf dem Wasser lag. Für Kapitän Nils Brandt und seine Besatzung war das "ein ganz toller, emotionaler Moment". Anschließend zogen zwei Schlepper den Dreimaster flussaufwärts zum Standort der Lürssen-Werft in Lemwerder. Nach Angaben eines Werftsprechers lief dabei alles nach Plan.

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Arbeiten auf der Zielgeraden

In Lemwerder sollen die letzten Arbeit an der 63 Jahre alten Bark ausgeführt werden - unter anderem geht der Innenausbau weiter und der Dreimaster erhält seine Segel zurück. Ende März soll die "Gorch Fock" dann mit eigener Motorkraft ins Marine-Arsenal Wilhelmshaven fahren, wo sie ihre Navigationssysteme erhält. Die Übergabe an die Marine ist für Ende Mai in Kiel geplant. Nach Angaben der Marine liegt die Reparatur jetzt im Zeitplan. Im Sommer steht die erste Ausbildungsfahrt an.

Segelschulschiff ist fast komplett neu

Seit fünfeinhalb Jahren wird die "Gorch Fock" bereits instand gesetzt - seit Oktober 2019 auf der Lürssen Werft. Die Kosten für die Sanierung stiegen von ursprünglich zehn auf rund 135 Millionen Euro, denn das Schiff war maroder als erwartet. Inzwischen handelt es sich fast um einen Neubau. Der Stahlrumpf ist fast komplett neu, die Masten sind neu und auch das Innenleben.

Polizei ermittelt wegen Korruption

Weil rund um die Sanierung der Dreimast-Bark viel Geld verschwunden war, ermittelt seit zweieinhalb Jahren eine Sonderkommission der Polizei in mehr als 100 Einzelfällen wegen Korruption gegen Marine-Mitarbeiter und Geschäftsführer der ehemaligen Elsflether Werft und Subunternehmer. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, sollen Bestechungsgelder geflossen sein und teilweise soll Geld in dubiose Goldminen in der Mongolei investiert worden sein. Darüber war die Elsflether Werft insolvent gegangen. Im Frühjahr will die Sonderkommission "Wasser" erste Ermittlungsergebnisse präsentieren. Noch in diesem Jahr könnten dann laut NDR 1 Niedersachsen die ersten Prozesse beginnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 10.03.2021 | 19:30 Uhr

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