Stand: 09.10.2018 19:30 Uhr

Geschafft: "AIDAnova" hat die Nordsee erreicht

Über die schmale Ems bis hin zur Nordsee: Das neueste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, die "AIDAnova", hat am Dienstag seine erste Passage bewältigt. Gegen 15 Uhr hatte die "AIDAnova" Emden passiert - kurz zuvor wurde das Schiff, das bis dorthin rückwärts über die Ems gesteuert wurde, noch gedreht. Am Mittwochmorgen wird der Kreuzfahrtriese dann im niederländischen Eemshaven festmachen. Dort wird er zum ersten Mal mit Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, kurz LNG) betankt. Denn als erstes Kreuzfahrtschiff der Welt kann die "AIDAnova" komplett mit LNG fahren. Von Eemshaven aus wird das Schiff zu seiner ersten Probefahrt ablegen. Die Jungfernfahrt startet dann am 2. Dezember in Hamburg.

Wenn das Schiffshorn dreimal dröhnt

Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger hatte die "AIDAnova" am Dienstagmittag das Emssperrwerk bei Gandersum durchquert. Vorher ertönte noch dreimal das Schiffshorn. Dann schob sich das neueste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft durch die enge Hauptschifffahrtsöffnung auf die andere Seite des Sperrwerks. Am Ende lief alles reibungslos - so wie die gesamte Emsüberführung, die am Montagabend im Papenburger Werfthafen begonnen hatte.

Dutzende Zuschauer an der Jann-Berghaus-Brücke

Das Kreuzfahrtschiff hatte am Montagabend im Papenburger Werfthafen abgelegt. Zahlreiche Schifffans sahen zu, wie sich der Ozeanriese in der Dämmerung durch die Dockschleuse schob. Mitten in der Nacht passierte es die zerstörte Friesenbrücke in Weener, am frühen Morgen die Jann-Berghaus-Brücke in Leer. Trotz der frühen Morgenstunde waren wieder viele Schaulustige vor Ort, um hautnah zu erleben, wie sich die "AIDAnova" zwischen den Pfeilern der Jann-Berghaus-Brücke hindurch schob. Dutzende Menschen standen auf den Seiten der Klappbrücke oder am Ufer der Ems. Einige waren zuvor mit ihren Wohnmobilen angereist und als erste vor Ort.

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Die "AIDAnova" liegt im Werfthafen der Meyer Werft in Papenburg. © NDR Foto: Oliver Gressieker

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BI: Kreuzfahrtschiffe von der Ems verbannen

Über das Spektakel einer Emsüberführung können sich nicht alle so freuen wie die Schiff-Fans. Vor allem wegen des Ausbaggerns der Ems fordert die Bürgerinitiative (BI) "Rettet die Ems" schon seit Langem, Kreuzfahrtschiffe vom Fluss zu verbannen. Damit diese mit ihrem großen Tiefgang die Ems befahren können, muss der Fluss vor jeder Überführung tiefer als für den üblichen Schiffsverkehr ausgebaggert und zudem aufgestaut werden. Das verschärft das Schlick-Problem in der Ems. Die Werft müsse ihren Standort an die Küste verlagern, so eine Forderung - doch dass das passiert, ist unwahrscheinlich. Eine Standortverlagerung sei mehrfach geprüft, aber aus mehreren Gründen verworfen worden, heißt es von der Meyer Werft.

Zahlen, Daten, Fakten zur "AIDAnova"

20 Decks hat die "AIDAnova". 2.626 Kabinen für die Passagiere gibt es auf dem Schiff mit einer Vermessung von 184.000 BRZ. Gäste können bei der Buchung aus verschiedenen Kabinen-Kategorien wählen - und spätestens hier zeigt sich, dass die Zeiten des Luxus in der Kreuzfahrt-Branche keinesfalls vorbei sind. "Nur auf der 'AIDAnova' und nur ein einziges Mal" gibt es laut Reederei die "Penthouse-Suite" mit Sonnendeck und Ausstattung für "anspruchsvollste Gäste". Erstmals werden aber auch Einzelkabinen für Alleinreisende angeboten, wie die Werft mitteilte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.10.2018 | 12:00 Uhr

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