Stand: 14.03.2019 15:28 Uhr

Elsfleth: "Gorch Fock" soll weiter saniert werden

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will den zurzeit geltenden Zahlungsstopp für die Sanierung der "Gorch Fock" aufheben.

Die Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" soll nach einem vorübergehenden Zahlungsstopp fortgesetzt werden. Ziel sei es, am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen. Das sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Gesprächen ihres Ministeriums mit der neuen Führung der Elsflether Werft. Der grundsätzlichen Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps müssen noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen. Dies gilt allerdings als Formalie.

Von der Leyen glaubt an Zukunft von "Gorch Fock"

Von der Leyen äußerte sich optimistisch über die Zukunft des Dreimast-Seglers: Es gebe eine gute Chance, "dass die 'Gorch Fock' wieder auf den Weltmeeren segeln" werde, sagte die Verteidigungsministerin. Man habe mit der Elsflether Werft eine "gemeinsame Basis" gefunden und dies in einer Verpflichtungserklärung mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Werft festgehalten.

IG Metall Küste zeigt sich zufrieden

Die IG Metall Küste begrüßte die Ankündigung der Ministerin. "Mit der Aufhebung des Zahlungsstopps können die Arbeiten endlich wieder aufgenommen werden", erklärte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Auf diese Entscheidung hätten die Beschäftigten der Elsflether Werft und bei vielen Zulieferern in der Region gewartet. Nach Wochen der Unsicherheit gebe es jetzt wieder eine Perspektive. Die Beschäftigten würden alles dafür tun, damit die "Gorch Fock" möglichst bald wieder segeln könne, so Geiken.

Ausdocken im Sommer

Laut Ministerin von der Leyen soll es in zwei Schritten weiter gehen: Zum einen soll die "Gorch Fock" bis zum Sommer ausdocken. Sie rechne dabei mit "Maximalkosten" für die Bundeswehr in Höhe von 11 Millionen Euro, sagte die Ministerin. In einem zweiten Schritt soll das Schiff "hochseetauglich" gemacht werden. Von der Leyen beziffert die dafür notwendigen Kosten auf maximal 48 Millionen Euro. "Damit ist festgelegt, dass das Gesamtprojekt den Kostenrahmen von 128 Millionen Euro nicht übersteigen darf", sagte von der Leyen.

Ex-Vorstand widerspricht Untreue-Vorwürfen

Die Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hintergrund der Schwierigkeiten sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe. Dafür machen Verteidigungsministerin von der Leyen und die neue Werftleitung die früheren Geschäftsführer verantwortlich. Die im Zusammenhang mit der Sanierung entlassenen Vorstände der Elsflether Werft haben Vorwürfe der persönlichen Bereicherung zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.

Rund 69 Millionen investiert

Die Kosten für die Ende 2015 beauftragte Sanierung der "Gorch Fock" waren über die Jahre von 10 auf 135 Millionen Euro in die Höhe geschnellt. Am 20. Dezember 2018 hatte von der Leyen den Zahlungsstopp angeordnet. Bislang wurden laut Bundesregierung rund 69 Millionen Euro ausgegeben. Grund für die massive Kostensteigerung soll der schlechte Zustand des Schiffes sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.03.2019 | 14:00 Uhr

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