Stand: 24.06.2020 10:49 Uhr

Corona in Schlachthof: Mitarbeiter werden getestet

Mitarbeiterinnen verlassen das Gelände vom Schlachthof Geestland Putenspezialitäten. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa
23 Mitarbeiter des Puten-Schlachtbetriebs Geestland in Wildeshausen sind bereits positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Nach 23 Corona-Fällen im Puten-Schlachtbetrieb Geestland in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) werden seit Mittwoch alle rund 1.100 Mitarbeiter auf eine Infektion getestet. Die Proben würden von einem privaten Labor entnommen, aber unter strenger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgeführt, sagte ein Sprecher des Landkreises. "Es muss jetzt sehr schnell gehen. Auch unsere Experten sind dabei." Die Ergebnisse sollen nach Angaben des Landkreises bis Freitag vorliegen.

VIDEO: Corona-Fälle bei Schlachtbetrieb in Wildeshausen (4 Min)

Kontaktpersonen der 23 Infizierten in Quarantäne

In dem Unternehmen der PHW-Gruppe, die vor allem für die Marke Wiesenhof bekannt ist, sind bislang nachweislich 23 Werkvertragsarbeiter infiziert. Die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen der Betroffenen wurden auf Anweisung des Landkreises unter Quarantäne gestellt. Anlass für die Reihentestung in dem Unternehmen war, dass sich am Wochenende eine Mitarbeiterin krank gefühlt hatte, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Wie konnte es zum Ausbruch kommen?

Landrat Carsten Harings (parteilos) zeigte sich erschrocken über die Infektionen. Zusammen mit dem Unternehmen solle nun alles unternommen werden, um das Virus einzudämmen und die Ursache aufzuklären. Das Unternehmen betonte, dass alle Corona-Schutzregeln eingehalten und etwa die Mitarbeiter deutlich voneinander getrennt worden seien. Bereits Anfang Juni waren alle Mitarbeiter schon einmal getestet worden. Dabei war lediglich ein einziger positiver Fall festgestellt worden. Warum das jetzt anders ist, werde nun ermittelt, so der Landkreis. Der Puten-Schlachtbetrieb wird vorerst nicht geschlossen.

Werkverträge sollen umgewandelt werden

Die PHW-Gruppe hält eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schlachthof Geestland Putenspezialitäten. Eine halbe Stunde nach Bekanntwerden der Infektionsfälle teilte der Konzern mit, dass er die über Werkverträge beschäftigten Mitarbeiter "in den für die Geflügelfleischerzeugung maßgeblichen Bereichen in ein festes Anstellungsverhältnis übernehmen" wolle. Nach eigenen Angaben sind insgesamt und 20 Prozent der Mitarbeiter über Werkverträge bei PHW beschäftigt. Auch die Schlachtkonzerne  Tönnies und Westfleisch kündigten an, zum Jahresende in großem Maße auf die umstrittenen Werkverträge verzichten zu wollen.

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Eine Tafel weist auf den Betrieb von Westfleisch/Westcrown hin. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Westfleisch will Werksarbeiter selbst einstellen

Der Schlachtbetrieb Westfleisch will bis 2021 auf Werksverträge verzichten und alle Mitarbeiter selbst einstellen. An den Standorten Dissen und Bakum betrifft das knapp 290 Arbeiter. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.06.2020 | 10:00 Uhr

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