Feuerwehrleute sind im Einsatz vor dem Rathaus in Delmenhorst. © Nord-West-Media TV

Brandanschlag in Delmenhorst: Verdächtiger in U-Haft

Stand: 25.03.2021 10:24 Uhr

Nach dem Brandanschlag auf das Rathaus in Delmenhorst ist der Verdächtige in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden. Sein Motiv sei Wut über mehrere Corona-Bußgeldbescheide gewesen.

Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) verurteilte die Attacke auf die Stadtverwaltung in Delmenhorst. Jahnz sagte, er sei fassungslos angesichts des Anschlags. Der mutmaßliche Täter aus Delmenhorst habe nicht nur das Gebäude beschädigt, sondern auch Menschen in Gefahr gebracht.

Staatsschutz ermittelt

Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatte der 30 Jahre alte Mann nach seiner Festnahme zu Protokoll gegeben, dass er mehrfach gegen die bestehenden Auflagen zum Schutz vor Corona-Infektionen verstoßen und daraufhin Bußgeldbescheide erhalten habe. Mit der Tat habe er seiner Unzufriedenheit über die Corona-Regelungen Ausdruck verleihen wollen. Neben den Brandexperten der Polizei ermittelt der für politische Kriminalität zuständige Staatsschutz. Es würden auch mögliche weitere Motive geprüft, so die Sprecherin. Der Mann sei strafrechtlich bislang noch nicht in Erscheinung getreten.

Brandsätze durchs Fenster geworfen

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr mit mehreren Glasflaschen ein Fenster des Rathauses eingeworfen haben. Die als Brandsätze - sogenannte Molotow-Cocktails - präparierten Flaschen lösten daraufhin ein Feuer in dem Raum hinter dem Fenster aus.

Zeugen stellen mutmaßlichen Täter

Passanten beobachteten den 30-Jährigen bei der Tat. Drei Zeugen im Alter von 18, 20 und 43 Jahren hielten ihn fest, bis die Polizei eintraf. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf rund 50.000 Euro. Das Rathaus sei in seiner Funktion aber weiter intakt, so die Polizei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 25.03.2021 | 07:30 Uhr

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