Lüneburg: "Kein Grundwasser für Coca Cola" steht unter anderem auf einem Protest-Banner nahe des geplanten Coca-Cola-Brunnens. Der Konzern möchte mit einem neuen Brunnen bei Reppenstedt bis zu 350 000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Weltwassertag: Demonstrierende blockieren Coca-Cola-Werk

Stand: 22.03.2021 15:07 Uhr

Rund 90 Aktivistinnen und Aktivisten der Klimaschutzorganisation Extinction Rebellion blockieren in Lüneburg zur Stunde ein Werk des Coca-Cola-Konzerns. Dort wird das Mineralwasser "ViO" abgefüllt.

Zehn Menschen haben sich vor den Werkstoren angekettet, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die Polizei ist vor Ort. Die Demonstrierenden sind demnach aus Lübeck, Göttingen und weiteren Städten angereist. Sie versperren seit heute Vormittag die drei Zufahrten zum Werk. Davor warten zahlreiche Lkw. Laut einem Sprecher wollen die Demonstrierenden verhindern, dass die Ressource Grundwasser weiterhin in aller Welt vermarktet wird.

Ausrufung des ökologischen Notstands gefordert

Sie wollen erreichen, dass Politiker in Lüneburg und andernorts den ökologischen Notstand ausrufen. Die Polizei führt seit dem Vormittag Gespräche mit Demonstrierenden und der Werksleitung. Ob die Einsatzkräfte zum Schichtwechsel eines der Tore räumen, sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher.

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Polizei führt Gespräche mit Konzern und Demonstranten

Hintergrund ist unter anderem ein dritter Abfüllbrunnen bei Reppenstedt, den der Coca-Cola-Konzern seit knapp zwei Monaten testet, um die Produktion steigern zu können. Dieser Test sei in der Endphase, bestätigte eine Sprecherin von Coca-Cola dem NDR in Niedersachsen. Allerdings dauere es wohl noch mehrere Wochen, bis die Daten, die die Geologen mit dem Versuch gesammelt haben, ausgewertet seien. Anhand des Gutachtens will die Untere Wasserbehörde entscheiden, ob der Brunnen dauerhaft in Betrieb genommen werden darf. Die Projektgegnerinnen und -gegner fordern nun einen Aufschub des Verfahrens. Sie wollen, dass die Politik das Wasserhaushaltsgesetz überarbeitet und an den Klimawandel anpasst.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 22.03.2021 | 15:00 Uhr

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