Stand: 04.01.2020 18:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Vor 40 Jahren: Erste Probebohrung in Gorleben

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Gorleben wurde Ende der 70er-Jahre als Endlager-Standort festgelegt. Am 4. Januar 1980 starteten Probebohrungen. (Archivbild)

Gorleben als Endlager für Atommüll - das ist einst der Plan gewesen: Vor 40 Jahren, am 4. Januar 1980, wurde an der Bohrstelle "Gorleben 1003" mit den Arbeiten begonnen. Bis zu 2.000 Meter tief wurde gebohrt, um den Salzstock als Endlager zu erkunden. Doch auch 40 Jahre nach dieser ersten Tiefbohrung bleibt die Frage offen, ob Atommüll im Salzstock eingelagert werden wird.

Endlagersuche: Zwischenbericht im Sommer

2020 könnte ein entscheidendes Jahr für Gorleben werden, sagt Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Denn das Deckgebirge des Salzstocks, eine wasserundurchlässige Tonschicht, ist lückenhaft. Dies könnte in der bundesweiten Endlagersuche gegen den Standort Gorleben sprechen. Im Sommer soll es einen ersten Zwischenbericht geben, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Gegner nach wie vor aktiv

Die Atomkraftgegner im Wendland wollen sich auch in Zukunft in die Debatte um ein Endlager einmischen. Sie wollen weiter demonstrieren - so wie seit mehr als 40 Jahren. Im Januar 1980 hatten Aktivisten am Bohrloch 1003 protestiert. Im Mai besetzten Hunderte Menschen einen weiteren Bohrplatz, "Gorleben 1004". Um die Arbeiten dort zu verhindern, bauten sie ein ganzes Hüttendorf. Die "Republik Freies Wendland" wurde ausgerufen - und obwohl ihre Geburtsstunde erst vier Jahrzehnte zurückliegt, beschäftigt sie heute bereits Archäologen. Nach einem Monat wurde damals das Dorf geräumt, die Hütten wurden zerstört. Auch daran wollen Atomkraftgegner in diesem Jahr erinnern. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.01.2020 | 08:00 Uhr

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