Stand: 11.04.2019 21:09 Uhr

Verbindung von Göhrde-Mörder zu Fall in Bayern?

Auf dem Grundstück des Göhrde-Mörders haben Ermittler die Leiche einer Frau und ein Auto ausgegraben.

Mindestens fünf Menschen soll der 1993 verstorbene Friedhofsgärtner Kurt-Werner Wichmann aus Lüneburg umgebracht haben. Unter anderem werden ihm die sogenannten Göhrde-Morde vorgeworfen. Seit einiger Zeit geht die Polizei davon aus, dass der mutmaßliche Massenmörder viel mehr Gewalttaten verübt hat, als bisher bekannt. Daher ist ein Bewegungsprofil Wichmanns an alle Polizeidienststellen des Landes gegangen. NDR 1 Niedersachsen berichtete am Donnerstag, dass die Lüneburger Ermittler wegen Wichmann derzeit mit ihren Kollegen in Bayern in Kontakt stehen. In Flossenbürg in der Oberpfalz suchen Ermittler seit einigen Tagen wieder verstärkt nach einem 1976 verschwundenen damals zwölfjährigen Mädchen. Wurde auch sie von Wichmann getötet?

Der Fall Frischholz in Bayern

Nach einem konkreten Hinweis suchen die Ermittler seit einigen Tagen die Leiche des Mädchens. Monika Frischholz wurde Ende Mai 1976 zuletzt lebend in Flossenbürg gesehen. Die bayrischen Fahnder gehen in ihrem Fall von Mord aus. Gegenüber NDR 1 Niedersachsen gaben sie an, dass der Täter vermutlich regionalen Bezug habe. Allerdings gibt es Übereinstimmungen mit Wichmanns Profil. Zwei Tage lang haben die Beamten zwei Gruben an einem Waldstück nahe des Ortes Waldkirch ausgehoben und dabei einen vergrabenen Pkw entdeckt. Auch auf Wichmanns Grundstück wurde ein ebenfalls ein Auto freigelegt. Außerdem habe der mutmaßliche Göhrde-Mörder einige Zeit in Süddeutschland gelebt.

Die Geschichte einer brutalen Mordserie

Ermittler sehen Bezüge Wichmanns zu 235 Gewalttaten

Die Lüneburger Ermittler gaben derweil an, dass inzwischen rund 235 ungeklärte Tötungsdelikte und Vergewaltigungen Bezug zu Wichmann haben. Im September waren es noch rund 100 Fälle. Die Ermittlungsgruppe sei aufgestockt worden. Inzwischen kümmern sich acht Polizisten in Vollzeit um Verbindungen von Wichmann zu ungelösten Gewaltverbrechen.

Das sind die sogenannten Göhrde-Morde

Im Sommer 1989 sorgten zwei Doppelmorde in Staatsforst Göhrde in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg für Aufsehen. Wenig später wurde die Schwester des ehemaligen LKA-Chefs von Hamburg, Wolfgang Sielaff, erschossen. Die Knochen waren in Wichmanns früherem Haus vergraben. 2017 gab die Polizei bekannt, dass sie Wichmann aufgrund des DNA-Abgleichs zweier Haare für den Täter hält. Zudem soll es einen bisher unbekannten Mittäter geben.

Weitere Informationen

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Wolfgang Sielaff: "Es ist eine Genugtuung"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 11.04.2019 | 16:30 Uhr

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