Stand: 15.08.2020 08:40 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Trockenheit: Elbe führt extremes Niedrigwasser

Die Elbfähre "Amt Neuhaus" befördert Menschen und Fahrzeuge über die Elbe. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze
Der Einsatz der Elbfähre "Amt Neuhaus" ist bei einem Wasserpegel von 4,90 Metern gefährdet. (Themenbild)

Es herrscht wieder einmal Niedrigwasser auf der Elbe. Das gilt offenbar besonders für die niedersächsischen Bereiche des Flusses. Carsten Lippe, Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), spricht in diesem Zusammenhang von einem "extremen Niedrigwasserereignis". Sowohl im Landkreis Lüneburg als auch im Landkreis Lüchow-Dannenberg seien extrem niedrige Werte gemessen worden - obwohl dazwischen rund vier Meter Differenz liegen. Die Lage könnte sich diese Woche entspannen. "Bis Ende der Woche ist allerdings aufgrund von jüngsten Niederschlägen in Tschechien zumindest vorübergehend eine leichte Erholung zu erwarten", sagte Lippe.

VIDEO: Niedrige Wasserstände könnten Fähren lahmlegen (6 Min)

Referenzpegel bei Neu Darchau im Extrembereich

Der Referenzpegel Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) lag am Montagmorgen um 6 Uhr bei 92 Zentimetern. Der Referenzwert für ein Extremniedrigwasser liege hier bei weniger als einem Meter. Der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1892 wurde vor zwei Jahren verzeichnet - mit 63 Zentimetern. Aktuell sei der Fährverkehr zwischen Darchau und Neu Darchau uneingeschränkt möglich, Fährschiff "Tanja" weiterhin im Einsatz.

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Fähre "Amt Neuhaus" hat noch rund 20 Zentimeter

Rund 20 Elb-Kilometer nördlich bei Bleckede (Landkreis Lüneburg) ein ähnliches Bild: Auch hier ist der Pegelstand niedrig - allerdings bei 5,08 Metern. Die Fähre "Amt Neuhaus" verkehrt zwischen Bleckede und Neu Bleckede. Mit Problemen sei erst bei einem Pegel von 4,90 Metern zu rechnen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Stellten die Fähren wegen zu niedrigen Pegelständen die Schifffahrt ein, müssten Autofahrer Umwege in Kauf nehmen.

Wasserqualität leidet bisher nicht

Die Gewässergüte der Elbe werde regelmäßig überwacht, so NLWKN-Sprecher Lippe. Im niedersächsischen Abschnitt finde das an der Gütemessstation Schnackenburg statt. "Nachteilige Auswirkungen wurden bislang nicht festgestellt", sagte Lippe. Das mit anderen Bundesländern abgestimmte "Sondermessprogramm Extreme" sei zuletzt 2019 ausgelöst worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 10.08.2020 | 15:30 Uhr

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