Seevetal: Eine Hundertschaft der Polizei durchsucht ein Waldstück, nachdem dort ein mögliches Erdversteck der RAF entdeckt wurde © Feuerwehr Seevetal Foto: Feuerwehr Seevetal

Seevetal: LKA ordnet Erddepot den "Revolutionären Zellen" zu

Stand: 05.07.2021 14:00 Uhr

Die Ermittlungen zu einem vergrabenen Fass in einem Wald bei Seevetal sind abgeschlossen. Die Schriftstücke und Chemikalien wurden laut Landeskriminalamt (LKA) in den 1980er- oder 90-Jahren versteckt.

Die Ermittler hatten die Entdeckung, die Waldarbeiter im Januar gemacht hatten, zunächst mit der Roten Armee Fraktion (RAF) in Verbindung gebracht. Dieser Verdacht bestätigte sich laut Angaben des LKA vom Montag jedoch nicht. Die Experten gehen nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchung davon aus, dass die gefundenen Schriftstücke der linksextremistischen Gruppierung "Revolutionäre Zellen" (RZ) zuzuordnen sind. Hinweise auf strafbare Handlungen gab es laut LKA nicht.

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Fass und Inhalt werden im Polizeimuseum ausgestellt

Neben den Kopien und Abschriften befanden sich laut LKA auch haushaltsübliche Flüssigkeiten in dem Kunststoff-Fass. Unbekannte hatten dieses den Analysen zufolge zwischen Ende der 1980er- und Anfang der 90-Jahre im Boden versteckt. Die Auswertung und Analyse sei aufgrund des Zustandes des Fundes erheblich erschwert gewesen. Den LKA-Experten gelang es zwar, Spuren zu sichern - diese konnten sie jedoch keiner konkreten Person zuordnen. Das Kunststoff-Fass und dessen Inhalt sollen nun im Polizeimuseum in Nienburg ausgestellt werden.

300 Anschläge gehen wohl auf Konto der "Revolutionären Zellen"

Die "Revolutionären Zellen" sollen zwischen den 1970er- und 90er-Jahren etwa 300 Anschläge verübt haben. Die meisten richteten sich gegen Gebäude, es gab aber auch Gewalt gegen Menschen. Anders als die RAF-Mitglieder lebten die RZ-Mitglieder in der Legalität.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 05.07.2021 | 13:30 Uhr

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