Stand: 17.04.2020 16:20 Uhr

Raumfahrtforschung in der Heide: SpacePark entsteht

Alte Versuchsanlagen für Raketenantriebe stehen auf dem Geländes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Trauen (Kreis Heidekreis). © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze
Das Gelände in der Heide wird schon lange für Raumfahrt- und Raketenforschung genutzt.

Die Lüneburger Heide kommt dem Weltraum demnächst ein bisschen näher. Der Grund: In Trauen bei Munster wird auf einem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Technologiepark für Raumfahrtanwendungen entstehen. Das neue Kompetenzzentrum soll unter anderem den Bau und den Transport von Kleinsatelliten voranbringen. Außerdem soll dort an Ionenantrieben für Satelliten und an Raumfahrt-Triebwerken geforscht werden. Das teilten die Initiatoren, zu denen neben dem DLR auch die niedersächsische Landesregierung zählt, am Freitag mit. Der Grundstein für den SpacePark soll im Sommer gelegt werden.

Verteidigungministerium unterstützt das Projekt

In den kommenden Jahren sollen bis zu 60 DLR-Wissenschaftler und Ingenieure in Trauen arbeiten und forschen. Das Projekt in der Lüneburger Heide wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Etat des Verteidigungsministeriums unterstützt. Jährlich sollen rund fünf Millionen Euro fließen.

Wiederbelebung eines historischen Standorts

Das Forschungsgelände wird bereits seit 1935 für Versuche genutzt. In den 1960er-Jahren fanden in Trauen dann erste Brennversuche für die in Deutschland entwickelte Oberstufe der ersten europäischen Trägerrakete "Europa" statt. Das künftige Kompetenzzentrum liegt in direkter Nähe zum Fliegerhorst Faßberg, dessen Start- und Landebahnen mitbenutzt werden können. Aus dem DLR heißt es, ein historischer Technologiestandort werde "wachgeküsst".

Wachstumsimpuls für die Region

"Es ist ein riesiger Erfolg, dass Trauen jetzt diese Renaissance erlebt", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Henning Otte (CDU). Er gehört zu den Initiatoren des Projekts. "Die Forschung, die hier durch das DLR aufgebaut und perspektivisch auch für Raumfahrt-Start-Ups nutzbar sein wird, ist wichtig für Deutschlands unabhängigen Zugang zum Weltraum und ein Wachstumsimpuls für die ganze Region Celle", so Otte.

Althusmann unterstreicht Bedeutung des SpaceParks

"Der SpacePark wird dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Luft- und Raumfahrtbranche sowie die regionale Infrastruktur zu stärken", betonte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Der Park werde für die künftige niedersächsische Luft- und Raumfahrtstrategie 2030 von wichtiger Bedeutung sein. Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl (CDU), sagte, die Bürger vor Ort seien stolz, "Top-Wissenschaftlern aus der ganzen Welt eine Heimat bieten zu dürfen".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.04.2020 | 17:00 Uhr

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