Stand: 16.03.2019 10:36 Uhr

Polizei setzt gegen Clans auf "Räderwerk"

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Im Heidekreis arbeitet die Polizei beim Modellprojekt "Räderwerk" künftig enger mit anderen Behörden zusammen, um kriminelle Strukturen besser bekämpfen zu können. (Themenbild)

Im Heidekreis soll das neue Modellprojekt "Räderwerk" helfen, die Clan- und Rockerkriminalität zu bekämpfen. Am Freitag wurde das Netzwerk in Bad Fallingbostel vorgestellt. Neben verschiedenen Polizeidienststellen sind auch Finanzämter, Zoll, Landkreis, Städte und Gemeinden sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die Landesaufnahmebehörde an dem Projekt beteiligt. Bisher sei diese Art der Zusammenarbeit in Niedersachsen einzigartig, sagte ein Sprecher der Polizei. Mit dem "Räderwerk" solle der Druck auf kriminelle Rocker und kriminelle Familienstrukturen erhöht werden, denn diese Form der Kriminalität zeichne sich durch die Ablehnung der bestehenden Normen und Gesetze aus.

 

Ein Einschussloch in einer Glasscheibe.

Heidekreis: Polizei kämpft gegen Clankriminalität

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Schüsse, Schlägereien und Gewalt gegen Polizisten nehmen im Heidekreis zu. Mit dem Projekt "Räderwerk" wollen die Behörden nun klären, ob kriminelle Familien-Clans dort aktiv sind.

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Polizeipräsident: "Räderwerk" ein Leuchtturm

Neben dem entschlossenen Auftreten solle zudem frühzeitig niedrigschwellig und entschlossen den Kriminellen entgegengetreten werden, so der Sprecher. Der Lüneburger Polizeipräsident Thomas Ring sagte, die Polizeiinspektion Heidekreis sei mit der Entwicklung des "Räderwerks" ein "Leuchtturm" in der Region und damit beispielhaft für andere Polizeiinspektionen im Direktionsbereich. Schon bei seiner Antrittsrede im Februar hatte Ring neben Terrorismus und Cyber Crime und die Clan- und Einbruchskriminalität als besondere Gefahr hervorgehoben. Dazu gehörten Geldwäsche, Schwarzarbeit, Drogenhandel, Einbrüche, bandenmäßiger Ladendiebstahl, Schmuggel, Totschlag, Bedrohung, Brandstiftung, Betrug und Körperverletzung.

Auch das BKA will Clans ins Visier nehmen

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) will kriminelle Clans in Deutschland künftig stärker ins Visier nehmen. Das hatte eine Sprecherin bereits im Januar angekündigt. Im nächsten BKA-Lagebild zur Organisierten Kriminalität werde es erstmals ein Kapitel "Kriminelle Mitglieder von Großfamilien ethnisch abgeschotteter Subkulturen" geben. Die Kriminalität von Angehörigen türkisch- und arabischstämmiger Großfamilien zeichne sich durch eine ethnisch abgeschottete Familienstruktur aus, hieß es. Schwerpunkte der Ermittlungen gebe es unter anderem in Niedersachsen und Bremen.

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