Ein Camp von Hungerstreikenden. © dpa-Bildfunk Foto: Kay Nietfeld

Klimakrise: Lüneburger Student macht bei Hungerstreik mit

Stand: 22.09.2021 16:50 Uhr

In Berlin sind Ende August mehrere junge Klima-Aktivisten in den Hungerstreik getreten. Ihr Zustand wird langsam lebensbedrohlich. Unter ihnen ist auch ein Student der Lüneburger Leuphana Universität.

Mit ihrem Protest wollen die Aktivistinnen und Aktivisten erreichen, dass sich die drei Kanzler-Kandidaten Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) einer öffentlichen Debatte über die Folgen des Klimawandels stellen. Der Zustand auch des Lüneburger Aktivisten verschlechtere sich zunehmend, teilte eine Sprecherin aus seinem Umfeld mit. Der 21-Jährige sei nach 23 Tagen ohne Essen schwach, derzeit aber noch stabil.

Solidarität und Sorge in Lüneburg

An der Leuphana Universität wird die Aktion mit Solidarität, vor allem aber auch mit großer Sorge wahrgenommen. Auf dem Campus werde heiß diskutiert, ob das Mittel eines Hungerstreiks angebracht sei - oder doch übertrieben, sagte die Sprecherin des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), Julia Gerlach, dem NDR in Niedersachsen. Sie persönlich sei total erschüttert, dass sich junge Menschen von der Klimakrise zu einer solch lebensgefährlichen Aktion gedrängt sähen. Helena Eickhoff, die sich bei "Fridays for Future" in Lüneburg engagiert, sagte, dass sie einen Hungerstreik wegen der gesundheitlichen Gefahren als den falschen Weg ansieht.

Arzt warnt vor tödlichen Folgen

Letztendlich droht den Streikenden sogar der Tod. Der Gastroenterologe Frank Schmitz vom Heidekreis Klinikum sagte dem NDR in Niedersachsen, dass der Körper nach drei Wochen Hungerstreik bereits so viel Muskelmasse und Fettgewebe abgebaut habe, dass sich das Risiko eines Organversagens oder einer Herzrhythmusstörung stark erhöhe. Besonders alarmierend sei, dass die Aktivisten nach Ablauf ihres Ultimatums am Donnerstagabend auch auf Wasser verzichten wollen. Wenn jemand stark geschwächt sei und dann nicht mehr trinke, könne der Tod innerhalb weniger Tage eintreten, sagte Schmitz. Er fordert daher, dass die Streikenden ihre Aktion umgehend beenden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 22.09.2021 | 15:00 Uhr

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