Stand: 24.10.2018 16:48 Uhr

Hügelgrab könnte Zentrallager von Aldi stoppen

Auf dem Gelände für das geplante Aldi-Zentrallager liegt ein fast 4.000 Jahre altes Hügelgrab.

Das geplante Zentrallager des Discounters Aldi in Stelle (Landkreis Harburg) ist möglicherweise gefährdet. Ein Archäologe hat Einspruch gegen den Bau eingelegt, weil sich auf dem Gelände ein fast 4.000 Jahre altes Hügelgrab befindet. Der Gemeinderat hatte sich zuvor für den Bau der 42.000 Quadratmeter großen Halle ausgesprochen und die Erstellung eines Bebauungsplans angekündigt.

Lkw-Zufahrt würde über Grab führen

Nach Ansicht des Archäologen Jochen Brandt ist das Hügelgrab gemäß dem niedersächsischen Denkmalschutzgesetz ein Bodendenkmal, das nicht angetastet werden dürfe. Wenn Aldi dort so baue wie bisher geplant, werde das Grab zerstört, befürchtet Brandt. Denn genau dort, wo das Grab jetzt als kleiner Hügel aus der Wiese ragt, habe Aldi die Lkw-Zufahrt zu den Laderampen geplant.

Gemeinde argumentiert mit öffentlichem Nutzen

Das Bauvorhaben des Discounters ist in der Gemeinde grundsätzlich heftig umstritten: Es gibt rund 100 Einwände im Planungsverfahren. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften, um ein Bürgerbegehren zu erreichen. Nach Angaben von Stadtplanerin Tina Hirt will die Gemeinde jetzt begründen, warum der öffentliche Nutzen des geplanten Baus höher wiege als die Erhaltung des Grabes. In diesem Fall könnte es unter Umständen trotz der Denkmalschutz-Bestimmungen überbaut werden. Der Discounter hat sich bisher nicht zu der Problematik geäußert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 24.10.2018 | 17:00 Uhr

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