Diplodia-Pilz lässt Kiefern in der Südheide absterben

Stand: 08.03.2021 06:46 Uhr

In der Südheide sterben vermehrt Kiefern ab. Ursache ist ein Pilz namens Diplodia. Die geschädigten Bäume müssen gefällt werden.

Mittlerweile ist es zu zahlreichen Kahlschlägen gekommen. "Das es so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht", sagte Henning Ibold, Förster vom Forstamt Südostheide der Landwirtschaftskammer, gegenüber dem NDR Niedersachsen. Wie Luftaufnahmen zeigen, sind innerhalb von nur zwei Jahren sind bereits Kiefern auf mehreren Hundert Hektar betroffen. Fast alle Bäume haben braune Spitzen.

Betroffene Bäume müssen schnell gefällt werden

2019 traten die ersten Verluste durch Diplodia auf. Der Pilz schädigt die Nadeln, dann dringt er in den Stamm ein und unterbricht die Wasserzufuhr. Die Folge: Der Baum stirbt ab. "Die Kiefern müssen schnell gefällt werden, denn weitere Pilze färben das Holz blau und machen es wertlos", so Ibold. Der Pilz Diplodia ist in ganz Niedersachsen verbreitet, wie die Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen festgestellt hat. Ein Mittel - ein Fungizid - gegen ihn gibt es nicht.

Nur geschwächte Bäume sind anfällig

Normalerweise können die Kiefern mit dem Pilz leben. Er schädigt die Bäume erst, wenn diese geschwächt sind. Das Problem: In der Südheide haben Hitze, Dürre, zu warme Winter und die Grundwasserabsenkung den Kiefern in den vergangenen Jahren so sehr zugesetzt, dass sie anfällig für Diplodia sind. Die Förster und die Waldbesitzer versuchen jetzt, die betroffenen Flächen mit klimarobusteren Bäumen wieder aufzuforsten.

Weitere Informationen
Waldsterben in Deutschland. © picture alliance Foto: Jochen Tack

Niedersachsens Wäldern macht das Extremwetter zu schaffen

Besonders verheerend sind die Schäden in den Fichten-Beständen. Die Zukunftsaussichten verheißen zudem nichts Gutes. (12.11.2020) mehr

Eine Fichte im Wald mit erkennbaren Schäden durch Trockenheit. © NDR Foto: Franziska Drewes

Trockenheit lässt Fichten und Buchen leiden

Die anhaltende Trockenheit sorgt in Niedersachsen für massive Probleme. Viele Bäume in den Wäldern sterben ab, außerdem sind die Talsperren deutlich weniger gut gefüllt als normal. (22.09.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.03.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Eine Angeklagte spricht in einem Gerichtssaal mit ihrer Verteidigerin. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Totschlags-Prozess: Mutter soll Sohn in Wümme geworfen haben

Nach der Anklage-Verlesung vor dem Landgericht Verden brach die 40-Jährige zusammen. Die Verhandlung wurde vertagt. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen