Stand: 11.12.2017 18:00 Uhr

Betrug mit Ballonfahrten: 20 Monate auf Bewährung

Ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung: So lautet das Urteil des Amtsgerichts Tostedt gegen einen 52-jährigen Unternehmer aus Handeloh (Landkreis Harburg). Der Mann organisierte Fahrten in einem Heißluftballon, doch er sagte die bereits bezahlten Fahrten immer wieder kurzfristig ab. Die Richter erkannten darin gewerbsmäßigen Betrug und auch Insolvenzverschleppung. Eigentlich sollte erst in der kommenden Woche ein Urteil fallen, doch beide Seiten einigten sich auf einen Deal. Der Angeklagte legte erstmals ein Geständnis ab und sagte aus, dass ihm sein Geschäft über den Kopf gewachsen sei. Er habe den Überblick über die verkauften Tickets verloren und im Lauf der Jahre viel mehr verkauft als er abarbeiten konnte.

Mehr als 3.000 geschädigte Kunden?

Zuvor hatte er einen Deal noch abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft hatte allerdings angekündigt, dann noch weitere Betrugstaten in das Verfahren einzubeziehen. In dem Fall wäre die Strafe vermutlich höher ausgefallen. Ein Ermittler hatte im Prozess von mehr als 3.000 geschädigten Kunden gesprochen. Der 52-Jährige darf nach dem Urteil auch nicht mehr in der Luftfahrtbranche aktiv sein. Bis Ende April hat er nun Zeit, sämtliche noch bestehende Beteiligungen an Ballonfahrt-Unternehmen aufzulösen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig - beide Seiten haben eine Woche Zeit, um Berufung einzulegen.

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Ballon-Prozess: Angeklagter bestreitet Betrug

Ein Unternehmer aus dem Landkreis Harburg steht vor Gericht, weil er Ballonfahrten verkauft haben soll, die nie stattfanden. Der Mann wies die Vorwürfe zum Prozessauftakt zurück. (07.12.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.12.2017 | 17:00 Uhr

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