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Zehn Jahre Haft für IS-Rückkehrerin Jennifer W.

Der 30-Jährige aus Lohne in Niedersachsen ist unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und wegen Beihilfe zum versuchten Mord verurteilt worden. Mehr in Kürze.

Blick auf das jüdische Restaurant "Schalom" in Chemnitz. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jan Woitas Foto: Jan Woitas

Angriff auf jüdisches Lokal: Bewährung für Mann aus Stade

Stand: 08.09.2021 16:56 Uhr

Im Prozess um den Angriff auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz ist ein 30-Jähriger aus dem Raum Stade zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Anklage sprach von einer "rassistischen Tat".

Das Amtsgericht Chemnitz sprach den Mann aus Niedersachsen am Mittwoch der gefährlichen Körperverletzung und des Landfriedensbruchs schuldig. In Verbindung mit einer anderen Verurteilung wegen Drogenhandels verhängte Richter Dominik Börner eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Angeklagter schweigt vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat ohne Bewährung gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, da außer DNA-Spuren keine weiteren Indizien für die Schuld seines Mandanten gefunden worden seien, so der Anwalt des 30-Jährigen. Der Angeklagte selbst äußerte sich im Prozess nicht zu der Tat

Er soll am Abend des 27. August 2018 aus einer Gruppe von mindestens zehn Personen heraus den Inhaber des Restaurants "Schalom" attackiert und an der Schulter verletzt haben.

Angreifer riefen antisemitische Parolen

Der Restaurant-Besitzer sagte am Mittwoch vor Gericht aus, er sei an jenem Abend routinemäßig vor sein Restaurant gegangen, um zu schauen, ob alles in Ordnung sei. Kurz darauf habe er einen dumpfen Schlag an der Schulter gespürt, um ihn herum habe es geknallt. Zuvor habe er eine Gruppe dunkel gekleideter Menschen wahrgenommen, einige Angreifer hätten direkt vor dem "Schalom" auf der Straße gestanden. Sie hätten "Judensau“ und "Verschwinde!" gerufen. Einige von ihnen seien vermummt gewesen.

Die Angreifer sollen mindestens fünf faustgroße Schottersteine und eine Bierflasche auf den Wirt geworfen haben. Vorangegangen war eine Kundgebung der extrem rechten Vereinigung "Pro Chemnitz".

DNA-Spuren am Tatort

Andere Beteiligte des Angriffs konnten nicht gefasst werden. Der vorbestrafte Angeklagte war aufgrund von DNA-Spuren auf einem Stein am Tatort in das Visier der Ermittler geraten. Daraufhin durchsuchten sie im August 2019 die Wohnung des Mannes im Raum Stade und beschlagnahmten Beweismittel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.09.2021 | 15:00 Uhr

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