Stand: 01.10.2019 12:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wenn ich OB werde ... Marc Hansmann

Marc Hansmann tritt für die SPD als Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover an.

Die Wahl rückt näher und zehn Kandidatinnen und Kandidaten treten an: Am 27. Oktober wählt Hannover einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin. NDR.de hat allen im Vorfeld der Wahl einen Fragebogen mit sechs Fragen zugeschickt. Lesen Sie hier die Antworten des Kandidaten Marc Hansmann (SPD) zu den Themen Zukunft des Ihme-Zentrums, zur umstrittenen Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas und den hohen Feinstaubwerten in der Stadt.

Die Stadt ist mit den letzten Investoren für das marode Ihme-Zentrum regelmäßig auf die Nase gefallen. Was erwarten Sie von dem neuen Investor?

Herr Windhorst hat ambitionierte Ziele und einen straffen Zeitplan angekündigt. Es würde mich wirklich freuen, wenn den Versprechen endlich auch Baumaßnahmen folgen. Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner wieder enttäuscht werden sollten, halte ich es für richtig, dass die Stadt die Initiative ergreift und Pläne vorantreibt, das Ihme-Zentrum in Teilen zurückzubauen. Der Turm, in dem die Stadtwerke derzeit ihren Sitz haben, sollte dann abgerissen werden.

Hannover will Kulturhauptstadt werden und nimmt dafür Millionen Euro in die Hand, es gibt aber drängendere Notstände in dieser Stadt. Finden Sie, dass das die richtige Priorität ist?

Zwei meiner wichtigsten Ziele sind ein kindgerechtes und ein bezahlbares Hannover. Selbstverständlich sollten daher Investitionen in unsere Schulen oder neuen, bezahlbaren Wohnraum Vorrang haben. Das Signal, das die Bewerbung sendet, sollten wir aber nicht unterschätzen - für die Kultur und das Stadtmarketing werden sich diese Ausgaben auszahlen.

Hannover liegt bei den Feinstaubwerten über dem Limit, bisherige Maßnahmen bringen offenbar keinen Erfolg. Wie sieht Ihre Lösung aus?

Neben einem bezahlbaren und kindgerechten Hannover setze ich mich für eine klimafreundliche Stadt ein. Ich selbst habe gar keinen Führerschein - werde meinen Lebensstil anderen allerdings nicht überstülpen. Um den Auto-Verkehr zu reduzieren, werde ich stattdessen Bus und Bahn ausbauen, den Radverkehr fördern und die verschiedenen Verkehrsmittel besser vernetzen. Um die Feinstaubbelastung zu reduzieren ist natürlich auch der Ausbau der E-Mobilität unumgänglich. Enercity schafft derzeit eine flächendeckende Ladeinfrastruktur, die Hannover zur Hauptstadt der E-Mobilität machen wird.

Viel zu wenig Wohnraum und ständig steigende Mietpreise. Wie wollen Sie diese Probleme ganz konkret lösen?

Ich werde bis zu 20.000 neue, bezahlbare Wohnungen in den nächsten zehn Jahren schaffen. Bezahlbar heißt: Die Miete sollte nicht mehr als 25 Prozent des Haushaltseinkommens verschlingen. Eine Wohnung in dieser Preisklasse zu finden muss für die Studentin ebenso möglich sein wie für die alleinerziehende Krankenschwester, das Polizistenehepaar mit Kindern oder den alleinstehenden Rentner. Das können wir nur erreichen, wenn wir neue Wohnungen bauen: In der Wasserstadt Limmer, der Schwarzen Heide in Stöcken, auf dem Deurag-Nerag-Gelände in Misburg und am Lindener Hafen können wir den Raum dafür schaffen.

Die Rathausaffäre hat Hannover bundesweite Negativ-Schlagzeilen gebracht und Vertrauen bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeitenden beschädigt. Welche Strukturen wollen Sie im Rathaus ändern, um so etwas künftig zu verhindern?

Die sogenannte Rathausaffäre wird gerade vor Gericht geklärt. Die drei Männer, um die es geht, sind nicht mehr im Amt. Wegen ihnen darf es jetzt keinen Generalverdacht gegen die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung geben, die täglich einen tollen Job machen. Klar ist aber auch, dass wir in Hannover wieder Vertrauen brauchen in die und innerhalb der Stadtspitze. Das erfordert eine konsequente und professionelle Führung des Verwaltungsapparats.

Lange Wartezeiten für Kita-Plätze, bei der Kfz-Anmeldung und bei Bauanträgen: Welche Ideen haben Sie, um hier künftig Abhilfe zu schaffen?

Die Stadtverwaltung leidet vor allem unter dem Personal- und Fachkräftemangel. Wir haben in den vergangenen Jahren massiv Stellen erhöht, aber mehr als 700 Arbeitsplätze sind derzeit unbesetzt. Das belastet die Kolleginnen und Kollegen und führt zu längeren Wartezeiten. Um die vielen offenen Stellen zu besetzen, werde ich den Bewerbungsprozess digitalisieren und vereinfachen. Gleichzeitig werde ich die Abläufe in der Verwaltung digitalisieren und optimieren, das heißt insbesondere mehr aus der Perspektive der Kunden denken. Das gilt insbesondere für die Anmeldung in der Kita und die Bearbeitung von Bauanträgen.

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Joachim Wundrak (AfD). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Jessica Kaußen (Die Linke). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Bruno Adam Wolf (Piraten). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Catharina Gutwerk (Die PARTEI). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Ruth Esther Gilmore (parteilos). mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.10.2019 | 08:00 Uhr

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