Ein Reifen des Automobilzulieferers und Reifenherstellers Continental AG steht in einer Lagerhalle. © picture alliance/dpa Foto: Julian Stratenschulte

"Upcycling": Conti will Reifen aus PET-Flaschen herstellen

Stand: 03.08.2021 10:27 Uhr

Der Automobilzulieferer Continental will ab 2022 recycelten Kunststoff für die Reifenherstellung einsetzen. So sollen große Mengen fossiler Kohlenwasserstoffe aus Erdölgemischen eingespart werden.

Das Polyester-Garn stamme aus dem wiederaufbereiteten Plastikflaschen-Kunststoff PET, teilte der Dax-Konzern aus Hannover mit. "Im Rahmen des sogenannten Upcyclings wird so aus einer PET-Kunststoffflasche ein PET-Hochleistungswerkstoff." Bei dem Verfahren werde das zerkleinerte Flaschenmaterial ohne weitere chemische Reaktionsschritte in den Kreislauf der Reifenkunststoffe zurückgeführt. Anfang September soll die gemeinsam mit dem Faser- und Textilhersteller OTIZ entwickelte Technologie auf der Automesse IAA vorgestellt werden.

Michelin plant den Einsatz von Ruß

Bei der klassischen Kunststoffproduktion werden - wie bei vielen Prozessen der industriellen Chemie - große Mengen fossiler Kohlenwasserstoffe aus Erdölgemischen verbraucht. Reifenhersteller, die neben Kautschuk vor allem verformungsfähige Kunststoffe benötigen, forschen daher an der Entwicklung von Recycling-Materialien. Der Hersteller Michelin plant etwa, Ruß und weitere Stoffe zurückzugewinnen, ehe diese Eingang in neue Reifen oder Förderbänder finden. Ab 2024 wollen die Franzosen auch recyceltes Plastik einsetzen.

Conti: Abfall ist zukünftiges Produktionsmaterial

Conti erprobt zudem, wie sich Naturkautschuk aus Löwenzahn gewinnen lässt. Am bisherigen Anbau von Kautschuk gibt es heftige Kritik wegen der ökologischen und sozialen Folgen. Das US-Unternehmen Goodyear forscht an Zuckerrohr als möglichem Ausgangsstoff. Die Forschung zum Recycling läuft parallel dazu. Conti teilte dazu mit, dass bisherige Labor- und Reifentests zeigten, dass Fasern aus Sekundärrohstoffen ebenso leistungsfähig seien wie bisher verwendete Fasern. Bis spätestens 2050 sollen alle Reifenmaterialien aus nachhaltigen Prozessen stammen, Abfall sei "zukünftiges Produktionsmaterial".

Weitere Informationen
Ampelphasenassistenten ist im Cockpit eines Testfahrzeugs installiert. In einem Pilotprojekt für Grüne Welle, in dem Ampeln mit Autos kommunizieren, bekommen Fahrer angezeigt, wie lange vor ihnen noch Rot ist und erhalten eine Geschwindigkeitsempfehlung. © picture-alliance / dpa Foto: Axel Heimken

Continental will Auto-Hackern ein Schnippchen schlagen

Mobile Daten seien laut Conti-Tochter Argus Cyber Security bislang vor Hackern sicher. Kriminelle hingen noch hinterher. (10.06.2021) mehr

Ein Reifen von Continental. © dpa-Bildfunk Foto: Christophe Gateau

Continental verdient gut, bleibt aber zurückhaltend

Der Automobilzulieferer hat den Nettogewinn im ersten Quartal gesteigert. Es bleiben aber einige Unsicherheitsfaktoren. (06.05.2021) mehr

Das Logo der Continental AG ist an einem Bauzaun an der Baustelle für die neue Continental-Firmenzentrale zu sehen. © dpa Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Fester Zeitplan: Conti plant Abspaltung von Antriebstechnik

Im September will sich der Automobilzulieferer nun von der Sparte trennen - bislang war das immer gescheitert. (29.04.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 03.08.2021 | 08:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Pflegepersonal auf einer Intensivstation. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck

Niedersachsen: Viele Landkreise müssen Warnstufe 1 ausrufen

Die Intensivbettenbelegung überschreitet jetzt dauerhaft den Grenzwert. Für viele Kommunen ändert sich aber nicht viel. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen