Eine Grafik zeigt ein Gesicht eines Mannes mit Brille. © Staatsanwaltschaft Hildesheim

Toter in Freden: Gesichtsrekonstruktion veröffentlicht

Stand: 01.10.2021 11:23 Uhr

Seit mehr als einem halben Jahr ist die Identität eines bei Freden (Landkreis Hildesheim) gefundenen Leichnams unklar. Die Ermittler haben nun das mögliche Gesicht des Toten modellieren lassen.

Man erhoffe sich mit der Veröffentlichung entsprechender Bilder sowie zusätzlicher Videos von 3D-Modellen des Kopfes neue Hinweise zur Identität des Mannes, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Hildesheim am Freitag mit. Bei den Bildern handele es sich gleichwohl nur um eine Annäherung: Die Ermittelnden gehen davon aus, dass durch die Technik der sogenannten Gesichtsweichteilrekonstruktion ein Abbild entstanden ist, dass dem Aussehen des Mannes zu etwa 60 Prozent ähnelt. Eine Rekonstruktion des Antlitzes in allen Einzelheiten halten Polizei und Staatsanwaltschaft für nicht möglich. Hinweise nimmt die Polizei Hildesheim unter der Telefonnummer (05121) 93 91 15 entgegen.

Polizei: Kinnpartie und Wangenknochen realistisch dargestellt

Grundlage der an der Hochschule Mittweida (Sachsen) vorgenommenen Rekonstruktion war den Angaben zufolge die Struktur des Schädels. Insbesondere die Abbildung der Kinnpartie und der Wangenknochen seien als realistisch anzusehen, teilten die Ermittelnden mit.

Schwierige Rekonstruktion und Unklarheiten

Bei anderen Teilen des Gesichts verlief die Rekonstruktion schwieriger: Während die Nase noch auf Basis knöcherner Fortsätze und Ausprägungen der Nasenregion des Schädels modelliert werden konnte, sei bei Lippen und Ohren keine Nachbildung möglich gewesen. Ähnlich bei den Augenlidern: Hier sei eine zur Gesamterscheinung passende Form realisiert worden, so Staatsanwaltschaft und Polizei. Weiter unklar ist auch, welche Hautfarbe der Mann hatte. Die Polizei hat daher zwei verschiedene Modelle veröffentlicht.

Von DNA-Abgleich über Zähne bis zur Sonnenbrille

Eine Brille liegt auf einem Tisch. © Polizeiinspektion Hildesheim
Im Verlauf der Ermittlungen hatte die Polizei sich wegen der gefundenen Brille des Mannes auch schon an Augenärzte und Optiker gewandt.

Die skelettierte Leiche war am 4. März von einem Wanderer in einem Waldstück bei Freden entdeckt worden. Früheren Angaben zufolge soll es sich um einen Mann mittleren Alters mit dunklen Haaren und einer Größe von etwa 1,70 Metern handeln. Weder ein DNA-Abgleich noch das Gebiss des Mannes brachten die Ermittelnden bislang weiter. Auch veröffentlichte Fotos von einer Sonnenbrille und einem Einwegfeuerzeug, die bei ihm gefunden wurden, brachten keine entscheidenden Hinweise auf die Identität des Mannes.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 01.10.2021 | 13:30 Uhr

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