Stand: 25.06.2019 06:52 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Tote in Rehburg-Loccum: Angeklagter schweigt

Der Angeklagte Jörg N. sitzt beim Prozessauftakt in einem Gerichtssaal im Landgericht in Verden (Niedersachsen). © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Im Jahr 2017 war der Angeklagte bereits zu elfeinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. (Archivbild)

Zum Auftakt des Revisionsprozesses um ein tödliches Sexualverbrechen in Rehburg-Loccum (Landkreis Nienburg) hat der Angeklagte am Montag eine Aussage abgelehnt. Sein Verteidiger gab vor dem Landgericht Verden an, dass der 51-Jährige sich weder zu seinen Lebensverhältnissen noch zur Sache äußern werde. Das Landgericht Verden hatte den Mann bereits in einem ersten Prozess vor zwei Jahren wegen Totschlags zu elfeinhalb Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann eine 23-Jährige bei einem Freigang aus dem Maßregelvollzug im Klosterwald getötet hatte. Die Angehörigen der Getöteten pochten aber auf eine Verurteilung wegen Mordes. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab ihrem Revisionsantrag statt.

BGH: Beweiswürdigung lückenhaft

Die Richter am BGH hatten das Landgericht Verden gerügt, weil es ihrer Ansicht nach nicht alle Beweise ausreichend gewürdigt hatte. Im ersten Verfahren hatte der Angeklagte die Tat bestritten. Die Verdener Richter konnten es nicht ausschließen, dass der Angeklagte und die 23-Jährige zunächst einvernehmlichen Geschlechtsverkehr hatten. Warum er sein Opfer gewürgt habe, sei unklar, so die Richter damals.

Drei frühere Fälle mit ähnlichem Muster

Der BGH dagegen befand, dass frühere ähnliche Straftaten des Mannes nicht berücksichtigt wurden. Der 51-Jährige hatte in drei früheren Fällen Zufallsopfer gewürgt, um sich dann an den Frauen zu vergehen. Nun werde der Fall noch einmal von allen Seiten genauestens beleuchtet, sagte ein Sprecher des Landgerichts Verden. Der Prozess wird von einer anderen Strafkammer des Landgerichts verhandelt als 2017. Bislang hat das Gericht 18 Verhandlungstermine angesetzt. Dabei sollen etliche Zeugen und Sachverständige angehört werden, darunter Experten für DNA-Spuren, Rechtsmediziner und Psychologen.

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Hallo Niedersachsen | 24.06.2019 | 19:30 Uhr

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