Stand: 21.10.2019 14:53 Uhr

Terrorwerber: Urteil könnte Ende November fallen

Vor dem Celler Oberlandesgericht muss sich ein 33-jähriger Flüchtling aus Syrien wegen Werbung für die Terrormiliz "Islamischer Staat" verantworten.

Im Prozess gegen einen 33-jährigen Flüchtling aus Syrien, dem Werbung für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgeworfen wird, sind am Montag die Plädoyers wider Erwarten noch nicht gehalten worden. Auf Nachfrage von der NDR.de erklärte ein Gerichtssprecher, dass die Beweisaufnahme noch nicht abgeschlossen sei. Das Gericht habe weitere Verhandlungstage im November jeweils auf den Donnerstag gelegt. Man gehe davon aus, dass Ende November ein Urteil gesprochen werden könne. Der Angeklagte, der zuletzt in Stelle im Landkreis Harburg lebte, soll Propagandamaterial des IS im Internet veröffentlicht haben, um damit Mitglieder und Unterstützer für die Terrororganisation zu werben und zu Anschlägen aufzurufen. Zum Prozessauftakt hatte sich der Mann nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Gewalt-Videos auf dem Handy

Auf dem Mobiltelefon des Angeklagten fanden die Ermittler Fotos und Videos auf denen extreme Gewalt zu sehen war. Darunter ein Video, in dem ein Mensch mit einem Messer enthauptet wird. Der 33-Jährige ist deshalb unter anderem wegen Werbens um Mitglieder und Unterstützer einer außereuropäischen terroristischen Vereinigung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten angeklagt.

Hamburger Verfassungsschützer erwischen 33-Jährigen

Der Mann ist staatenloser Palästinenser, der in einem Flüchtlingslager bei Damaskus geboren wurde. Er kam als Flüchtling über Ägypten und Italien nach Deutschland. Auf seine Aktivitäten im Internet wurde schließlich das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz aufmerksam.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.10.2019 | 17:00 Uhr

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