Stand: 13.06.2019 14:18 Uhr

Prozess um Reststrommenge für AKW Grohnde

Der Kraftwerksbetreiber PreussenElektra aus Hannover streitet sich mit dem Energie-Konzern Vattenfall vor Gericht um sogenannte Reststrommengen - und damit um die Laufzeit des Atomkraftwerks (AKW) Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont. PreussenElektra will die Hälfte der Reststrommenge des AKW Krümmel auf das AKW Grohnde übertragen. Denn nach Unternehmensangaben ist die Reststrommenge für Grohnde voraussichtlich im Oktober aufgebraucht.

Vattenfall will Kapazität verkaufen

Es geht um 44.000 Gigawattstunden im Wert von rund 415 Millionen Euro. PreussenElektra beansprucht die Reststrommenge für sich. Vattenfall aber - wie PreussenElektra zu 50 Prozent an Krümmel beteiligt - möchte die Reststrommenge von Krümmel am Markt veräußern. Ein Anwalt des Unternehmens argumentierte zu Prozessbeginn am Donnerstag in Hamburg, dass die Reststrommenge als Teil des Vermögens der gemeinsamen Betreibergesellschaft zu sehen sei. Der Richter ließ bereits erkennen, dass die Kammer sich möglicherweise dieser Sichtweise anschließen könnte.

Reststrommengen im Jahr 2000 festgelegt

Grohnde soll im Jahr 2021 abgeschaltet werden. Für Krümmel ist die Betriebserlaubnis nach einer Atomgesetzänderung in Folge des Reaktorunfalls von Fukushima bereits 2011 erloschen. Die Reststrommenge ist die angenommene Menge Strom, die dort bei einer Weiterführung des Betriebs produziert worden wäre. Festgelegt wurden die Restrommengen im sogenannten Atomkonsens im Jahr 2000, als die Nutzung der Atomkraftwerke zeitlich begrenzt und ein Neubauverbot vereinbart wurde.

Einstweilige Verfügung beantragt

Damit der Weiterbetrieb von Grohnde auch über Oktober hinaus sichergestellt ist, hat PreussenElektra nach Gerichtsangaben auch den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt. "In jedem Fall werden wir den ununterbrochenen Betrieb von Grohnde sicherstellen", teilte die Sprecherin der PreussenElektra GmbH mit.

Ein Urteil will das Landgericht Hamburg voraussichtlich am 29. August verkünden.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 09.04.2019 | 18:00 Uhr

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