Stand: 12.06.2019 13:16 Uhr

Prozess: Missbrauch von Lügde kommt vor Gericht

Das Landgericht Detmold hat die Anklagen gegen die drei Hauptverdächtigen im Fall Lügde zugelassen. Die Männer werden des massenhaften Kindesmissbrauchs beschuldigt. Tatort ist ein Campingplatz in Lügde im Landkreis Lippe an der Grenze zu Niedersachsen. Nach Angaben des Gerichts wird die juristische Aufarbeitung in einem Prozess zusammengeführt. Somit werden die angeklagten Straftaten des Beschuldigten aus Stade mit denen der beiden Männer aus Nordrhein-Westfalen verhandelt. Der Prozess startet am 27. Juni. Bis Ende August sind neun weitere Termine vorgesehen.

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Niedersachsen 18.00

Lügde: Ermittler legen Abschlussbericht vor

Niedersachsen 18.00

Im Fall des massenhaften sexuellen Missbrauchs in Lügde ist der Abschlussbericht der Ermittler fertig. Die Vorwürfe sind massiv, zusammengefasst auf 1.000 Seiten. Video (01:47 min)

Beschuldigter aus Stade soll Komplizen angestiftet haben

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49 Jahre alten Mann aus Stade vor, in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen vom Campingplatz teilgenommen zu haben. Der Mann sitzt seit Mitte Januar in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter hatte einen Haftprüfungstermin Mitte Februar abgelehnt. Der Mann soll von Niedersachsen aus die Taten der beiden anderen Beschuldigten gelenkt und die Männer teilweise ausdrücklich zum Missbrauch angestiftet haben.

Kindesmissbrauch von Lügde: 38 Opfer, 460 Fälle

Die Beschuldigungen gegen den 56 Jahre alten Dauercamper und seinen 34 Jahre alten Bekannten sind gravierend. Ihnen wird schwerer sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen. Dem älteren werden 298 Fälle mit 23 Opfern, dem jüngeren 162 Fälle mit 17 Opfern zur Last gelegt. Beide sollen auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.06.2019 | 12:00 Uhr

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