Stand: 13.07.2020 15:23 Uhr

Otte-Kinast: Tierwohlumlage wie beim Strom

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast © picture alliance dpa Foto: Julian Stratenschulte
Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast will sich beim Fleischpreis an der Stromumlage für erneuerbare Energien orientieren. (Themenbild)

Dieser Streit schwelt schon lange: Wie viel darf Fleisch in Deutschland kosten? Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will mit einem erhöhten Kilopreis den Tier- und Arbeitnehmerschutz stärken: Bessere Haltung auf der einen Seite, bessere Arbeitsbedingungen mit dem Wegfall von Werkverträgen auf der anderen. Klöckner rechnet mit einem Mehr von bis zu 40 Cent pro Kilogramm. Ihre niedersächsische Kollegin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat nun den Vorschlag gemacht, sich bei einer Umstrukturierung des umstrittenen Fleischmarkts in Niedersachsen die Energieumlage für Strom zum Vorbild zu nehmen. "So stelle ich mir das bei der Tierwohlabgabe vor", sagte Otte-Kinast am Montag in Hannover.

Verpflichtendes Tierwohl-Label - europaweit

Wie das konkret funktionieren soll, konnte sie noch nicht sagen. "Darüber brüten gerade die Experten in Berlin", sagte Otte-Kinast. "Wie kann so etwas sozialverträglich gestaltet werden? Müssen möglicherweise die Hartz-IV-Sätze erhöht werden? Da gibt es ein Bündel von nicht ganz einfachen Fragen, die geklärt werden müssen." Otte-Kinast forderte ein verpflichtendes Tierwohl-Label - am besten mit einer europaweiten Regelung. Das Label müsse über die Haltungsform der Tiere informieren.

Bund unterstützt Umbau von Schweineställen

Zuletzt hatten Länder und Bund über die in der Kritik stehende Sauenhaltung in Kastenständen verhandelt - und einen Kompromiss erzielt. Das Bundesagrarministerium gibt 300 Millionen Euro für den Umbau von Schweineställen. "Allerdings können wir damit noch nicht einmal den Umbau der Sauenhaltung in Niedersachsen bezahlen", sagte Otte-Kinast.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.07.2020 | 15:30 Uhr

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