Stand: 27.10.2019 08:19 Uhr

OB-Wahl Hannover: Halten Parteien ihre Hochburgen?

Zwölf Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Stefan Schostok (SPD) im Amt des Oberbürgermeisters von Hannover. Darunter sind Marc Hansmann (SPD), Eckhard Scholz (parteilos, von CDU unterstützt), Belit Onay (Grüne) sowie Jessica Kaußen (Die Linke). Alle vier Parteien haben ihre Hochburgen in Hannover. Können die Kandidaten sie auch diesmal halten? Oder grätscht ihnen gar jemand aus einer kleinen Partei oder eine Parteilose, ein Parteiloser dazwischen? Interessant wird diese OB-Wahl auch deshalb, weil Hannover als Ganzes stets eine Hochburg der Sozialdemokraten gewesen ist - seit 1946 ist ein SPD-Mann Verwaltungschef in der Landeshauptstadt. Fällt in Zeiten historisch schlechter Wahlergebnisse der Partei vielleicht sogar diese Bastion?

2013: Verluste für SPD und CDU in ihren Hochburgen

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Betrachtet man die Stadtteile im Einzelnen, liegen die Hochburgen der SPD ganz klassisch in den früheren Arbeiterquartieren. Diese befinden sich im Westen und Nordwesten der Stadt sowie in Teilen von Buchholz und Kleefeld, wie eine Analyse der Stadt nach der Wahl 2013 darlegte. Schostok kam in diesen Gebieten auf knapp 57 Prozent der Stimmen - im Vergleich zur vorangegangenen Wahl mit SPD-Kandidat Stephan Weil verlor er damit allerdings fast fünf Prozentpunkte an Bewerber anderer Parteien. CDU-Kandidat Matthias Waldraff schaffte hier nur gut 28 Prozent. Erwähnenswert jedoch: Die CDU gewann der Analyse zufolge in den SPD-Hochburgen auffallend hinzu. Im Osten der Stadt, wo vergleichsweise gut situierte Bürger wohnen, sowie in Wettbergen hat die CDU ihre Hochburgen. Matthias Waldraff verlor dort 2013 jedoch gut 5 Prozent im Vergleich zu 2006, als Dirk Toepffer für die CDU angetreten war. Stefan Schostok wiederum konnte in den CDU-Hochburgen die SPD-Ergebnisse von 2006 halten, was ihm in den übrigen Hochburgen nicht gelang.

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In Grünen-Hochburgen muss sich die SPD warm anziehen

Die Hochburgen der Grünen und der Linken sind traditionell weitgehend deckungsgleich. Linden, Calenberger Neustadt, Oststadt und List - das sind die Stadtteile, in denen die Grünen die meisten Stimmen holen. 2013 kam Lothar Schlieckau hier auf 22,5 Prozent und positionierte die Grünen damit auf Platz zwei hinter der SPD - Stefan Schostok konnte knapp 50 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Ein gutes Ergebnis erreichte hier auch Maren Kaminski (Die Linke) mit 10,2 Prozent der Stimmen. Insbesondere Linden/Limmer und die Nordstadt sind die Gebiete, in denen Die Linke punkten kann. Mit 13,3 Prozent lag Kaminski dort nur knapp hinter CDU-Mann Waldraff (14,9). Eine Entwicklung im Vergleich zu 2006 spiegelt grob die Stimmen-Landschaft auf Bundesebene: SPD-Kandidat Schostok kam in Linden/Limmer und der Nordstadt zwar auf 49,5 Prozent der Stimmen, verlor aber gut 10 Prozentpunkte. Die Grünen mit Kandidat Schlieckau hingegen gewannen mit 22,3 Prozent gut 7 Prozentpunkte hinzu.

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Hallo Niedersachsen | 27.10.2019 | 19:30 Uhr

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