Stand: 26.02.2020 16:38 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

"Nicht verbittert": MHH-Vize Tecklenburg geht

"Ich gehe nicht gebeugt, nicht gebrochen und nicht verbittert", sagte Andreas Tecklenburg bei seinem Abschied an der MHH.

Es sind unruhige Zeiten, in denen sich Mitarbeiter und Chefetage der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) derzeit befinden. Der von der Polizei streng bewachte Aufenthalt des mutmaßlichen Clan-Mitglieds Igor K. aus Montenegro hatte hohe Wellen geschlagen. Scharfe Kritik am Verhalten der Klinik kam von der Landespolitik. Nach dem Eingreifen des Wissenschaftsministeriums musste MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg gehen - zum Ärger vieler Mitarbeiter. Am Mittwoch hat sich Tecklenburg nun von ihnen verabschiedet. Er gehe nicht gebeugt, nicht gebrochen und nicht verbittert, sagte Tecklenburg vor hunderten Mitarbeitern im MHH-Verwaltungsgebäudes.

MHH: Diamant oder Kohlenstaub?

Bei seinem Abschied ließ Tecklenburg durchblicken, dass er sein Ende an der MHH für unfair hält, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Auch einen Seitenhieb auf die Landespolitik verkniff er sich nicht: "Die MHH ist ein Diamant für die Patientinnen und Patienten, die bei uns versorgt werden. Viele kommen zu uns, weil es sonst keine Chance gibt. Andere haben die MHH empfunden als Kohlenstaub, an dem man sich die Finger schmutzig macht. Wir sehen sie als Diamanten", sagte er und bekam dafür deutlichen Applaus. Den umstrittenen Aufenthalt des Montenegriners verteidigte Tecklenburg erneut: Der Auftrag der MHH sei es, allen Menschen zu helfen. Trotzdem müsse er als Vizepräsident nun gehen.

Hintergrund der Schusswunden unbekannt?

Igor K. war am 7. Februar in Hannover eingetroffen, um seine Ende Januar erlittenen Schussverletzungen behandeln zu lassen. Den MHH-Ärzten zufolge war vor seiner Aufnahme nicht bekannt, dass er in eine seit Jahren andauernde Clan-Fehde verwickelt sein soll. Am vergangenen Freitag wurde der Patient mit einem Hubschrauber der Bundespolizei von der MHH zum Flughafen Hannover gebracht und mit seiner Frau anschließend in einer Ambulanzmaschine nach Istanbul (Türkei) ausgeflogen. Allein die Personalkosten der Polizei für den Einsatz sollen bei 900.000 Euro liegen. Der Bund der Steuerzahler geht aber davon aus, dass der Einsatz noch deutlich teurer war.

Weitere Informationen

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Die Entlassung von MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg im Fall Igor K. sorgt an der Klinik für Unverständnis. Laut Personalrat wollen die Mitarbeiter das nicht hinnehmen. (25.02.2020) mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 26.02.2020 | 17:00 Uhr

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