Stand: 13.12.2017 19:18 Uhr

Mit Stahl im Rücken gegen das Schnarchen

Mit dem Phänomen Schnarchen hat vermutlich fast jeder schon Bekanntschaft gemacht. Dass irgendwann einmal jemand auf die Idee kommt, dem Thema ein eigenes Museum zu widmen, ist wohl nur folgerichtig. In Alfeld im Landkreis Hildesheim gibt es ein solches Museum. Doch im Juli hatte das Hochwasser auch vor dem Museum nicht haltgemacht, die alte Halle wurde überschwemmt, sogar einige Objekte wurden zerstört. Wenn man den Worten von Museums-Chef und Schlafmediziner Josef Alexander Wirth glaubt, hatte das Hochwasser vom Juli aber auch sein Gutes. Denn wegen des Wassers, das bis zu 50 Zentimeter hoch stand, musste er umziehen: "Es ist jetzt schöner als vorher", sagt Wirth, der das Museum im Jahr 2000 gegründet hat.

Kanonenkugeln für des Soldaten Schlaf

Auf 300 Objekte ist die Sammlung mittlerweile angewachsen - kein Wunder: Kaum ein anderes Leiden hat Wirth zufolge seit dem 19. Jahrhundert bis heute so viele Erfinder inspiriert. Je nachdem, woher das Schnarchen kommt, wird an verschiedenen Stellen angesetzt. Einige Menschen sägen, knattern und röcheln nur in der Rückenlage. In einer Vitrine liegt eine Kanonenkugel, die Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg in die Rückseite der Uniform genäht wurde, damit sie sich nicht auf den Rüclen drehen und damit ihr Schlaf und ihre Leistungsfähigkeit im Gefecht verbessert werde. Später gab es diverse Rückenapparaturen. "Man kann es aber auch einfach mit einem Rucksack und einem Basketball darin ausprobieren, damit man sich im Schlaf nicht auf den Rücken dreht", meint der Arzt.

Dissertation von 1745 befasst sich schon mit dem Schnarchen

Wirth sammelt nicht nur, sondern forscht auch zur Geschichte und zu den Ursachen des allzu menschlichen Phänomens. So ist er dabei, gemeinsam mit einem Altphilologen die wohl erste Dissertation zu dem Thema mit dem Titel "Vom Schnarchen der Schlafenden" aus dem Jahr 1745 aus dem Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen. "Das Original wurde vor einem Jahr in der Universitätsbibliothek in Magdeburg gefunden", sagt der Museums-Chef. Die Quelle sei faszinierend. "So wurden zum Beispiel schon damals Atemaussetzer bei Hochschwangeren beschrieben."

Schnarchen macht erfinderisch


14.12.2017 10:27 Uhr

Das Schnarchmuseum in Alfeld befindet sich im Landkreis Hildesheim, nicht wie ursprünglich berichtet in der Region Hannover. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

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