Nach Lügde: Landkreis entwickelt Konzept gegen Missbrauch

Stand: 25.11.2020 12:00 Uhr

Mit einer neuen Strategie will der Landkreis Hameln-Pyrmont Kinder besser vor sexuellem Missbrauch schützen.

Das neue Konzept sieht vor, dass Beschäftige des Jugendamts künftig fortgebildet und umfangreicher vernetzt werden. So sollen die persönlichen Kontakte verbessert und die Zusammenarbeit gestärkt werden. Außerdem sollen Kinder für das Thema sensibilisiert werden. In der Schule, sowie in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sollen Kinderschutzstrategien erstellt werden. Dazu gehören beispielsweise Kummerkästen, Beratungsräume und Theaterprojekte mit Eltern und Kindern. Außerdem soll eine App Infos zum Schutz von Kindern bieten.

Kritik nach Missbrauch in Lügde

Das Jugendamt Hameln-Pyrmont war im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in Lügde (Nordrhein-Westfalen) in die Kritik geraten. Der Behörde wurde in dem Fall mangelnde Zusammenarbeit mit den Jugendämtern in Nordrhein-Westfalen vorgeworfen. Das Jugendamt Hameln-Pyrmont hatte unter anderem eines der Opfer in die Obhut des Täters gegeben, als der Mann bereits im Verdacht, pädophil zu sein. Zudem soll das Amt Hinweisen auf sexuellen Missbrauch nicht nachgegangen sein.

Angeklagte in 271 Fällen des Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen

In Lügde an der niedersächsischen Landesgrenze, sind auf einem Campingplatz über Jahre Kinder missbraucht worden. Der Missbrauchsskandal wurde Ende 2018 publik. Im vergangenen Herbst sind die Haupttäter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die Angeklagten in 271 Fällen des teils schweren sexuellen Kindesmissbrauchs schuldig gemacht haben.

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Regional Hannover | 25.11.2020 | 07:30 Uhr

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