Stand: 07.02.2019 19:32 Uhr

Ministerium beruft bedrohten Wolfsberater ab

Die Entscheidung des Niedersächsischen Umweltministeriums, den Leitwolf des Rodewalder Rudels zum Abschuss freizugeben, sorgt für eine hitzige Diskussion, die zunehmend aus dem Ruder zu laufen scheint. Das Ressort von Minister Olaf Lies (SPD) hat nun den Wolfsberater im Landkreis Nienburg abberufen, um ihn zu schützen. Der hauptberufliche Förster war zunehmend persönlich angefeindet worden, wie eine Ministeriumssprecherin NDR 1 Niedersachsen erklärte.

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Niedersachsen 18.00

Wolf zum Abschuss freigegeben

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Nach zahlreichen Rissen von Rindern und Ponys soll der Leitrüde des Wolfsrudels von Rodewald im Landkreis Nienburg abgeschossen werden. Das hat das Umweltministerium bestätigt. Video (00:33 min)

Ministerium: Weiterarbeit nicht zu verantworten

Es ist das erste Mal, dass das Umweltministerium einen Wolfsberater abberuft. Es sei aus Gründen der Fürsorge nicht zu verantworten, dass er weiter in dieser ehrenamtlichen Funktion tätig sei, hieß es. In den vergangenen Wochen war er zunehmend unter Druck geraten. Mit dem Schritt seiner Abberufung sei er einverstanden, hieß es aus dem Ministerium.

Wolfsberater wird persönlich angefeindet

Nun sei eine Grenze erreicht, sagte der Wolfsberater. In einer Mail sei ihm unterstellt worden, er als Wolfsberater sei persönlich dafür verantwortlich, dass der Rodewalder Wolf getötet werden soll. Der Wolfsberater wandte sich daraufhin an das Umweltministerium - und das reagierte. Die Bedrohung eines Wolfsberaters sei nicht zu akzeptieren. Es helfe niemandem, weder den Nutztierhaltern, noch dem Artenschutz, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.02.2019 | 08:00 Uhr

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