Stand: 04.04.2019 14:28 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Milliarden-Verluste: Nord/LB streicht 2.250 Jobs

Mit einem Verlust von 2,3 Milliarden Euro hat die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) das Geschäftsjahr 2018 abgeschlossen. 2.250 Stellen sollen wegfallen. Nord/LB-Vorstandschef Thomas Bürkle legte die Bilanz am Donnerstag in Hannover vor und bezeichnete den Verlust als "schmerzhaft". "Aber die Befreiung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung ermöglicht uns einen Neustart", sagte Bürkle. Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Nord/LB mit einem Verlust wegen der hohen Kosten für den anstehenden Umbau und die Verkleinerung der Bank. Spätestens 2020 wolle man aber wieder Gewinne erwirtschaften, so Bürkle. Zuletzt hatte die Landesbank 2017 schwarze Zahlen geschrieben - und 135 Millionen Euro Gewinn erzielt.

Wie geht es weiter mit der Nord/LB?

Hallo Niedersachsen -

1,5 Milliarden Euro - so viel lässt sich allein Niedersachsen die Rettung der Nord/LB kosten. Die Mitarbeiterzahl der Bank halbiert sich fast - auf künftig 3.250.

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Massiver Stellenabbau - aber wo?

Die Bank reagiert auf die schlechten Zahlen mit einem massiven Stellenabbau. Laut Niedersachsens Finanzminister und Nord/LB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers (CDU) sollen 2.250 Arbeitsplätze gestrichen werden: Statt der bisher 5.500 sollen dann nur noch 3.250 Mitarbeiter für das Geldinstitut arbeiten. Bis wann und an welchen Standorten die Arbeitsplätze abgebaut werden, wollte Nord/LB-Chef Bürkle noch nicht sagen. Als neuen Kern des Geschäftsmodells sieht die Bank das Firmen- und Privatkundengeschäft sowie die Immobilienfinanzierung und das Agrarbanking. Die Immobilientochter Deutsche Hypo soll Teil der Bank bleiben.

Finanzspritze von 3,63 Milliarden Euro nötig

Auslöser für die finanzielle Schieflage der Nord/LB sind faule Schiffskredite, von denen sich die Bank laut Hilbers in den kommenden zwei bis drei Jahren trennen will. Wegen der schwierigen Schiffsfinanzierung benötigt die Bank eine Finanzspritze von 3,63 Milliarden Euro. Davon tragen jeweils 1,7 Milliarden Euro die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt als Haupteigner der Bank. Weitere 1,1 Milliarden Euro bringt die Sparkassengruppe als Großaktionär auf.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.04.2019 | 12:00 Uhr

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