Stand: 05.05.2019 19:21 Uhr

Masern: Gesundheitsministerin gegen Impfpflicht

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Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu einer bundesweiten Masern-Impfpflicht kritisiert. (Themenbild)

Bei der niedersächsischen Landesregierung stoßen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), eine bundesweite Impfpflicht gegen Masern einzuführen auf Kritik. "Eine Impfpflicht greift stark in das verfassungsrechtlich geschützte persönliche Selbstbestimmungsrecht auf körperliche Unversehrtheit ein und bedarf einer besonderen Rechtfertigung", sagte die Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) den Zeitungen des "RedaktionsNetzwerks Deutschland" (Montagsausgabe). Das zentrale Problem, dass "insbesondere für Jugendliche und Erwachsene eine Impflücke besteht" werde nicht gelöst, so die Ministerin.

Kleinkind beim Impfen

Masern: Ist eine Impfpflicht sinnvoll?

Hallo Niedersachsen -

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann lehnt eine Masern-Impfpflicht ab. Sie und auch der Obmann der Kinderärzte Hannover fordern eine bessere Impfberatung.

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Ministerin setzt auf Einsicht der Eltern

Das Ziel, dass jeder gegen Masern geimpft sein müsse, teile sie, so Reimann. Das müsse allerdings aus eigener Einsicht geschehen, dass eine Impfung der beste Schutz für sich und die Kinder sei. Dazu brauche es verstärkte Informationen und Unterstützung der Eltern, sagte die Ministerin.

Bundes-SPD für Spahn-Vorstoß

Gesundheitsminister Spahn hatte angekündigt, eine Masern-Impfpflicht für Kita- und Schulkinder mit der Androhung von Geldstrafen in Höhe von bis zu 2.500 Euro durchsetzen zu wollen. Ein Gesetzentwurf des Ministers sieht auch vor, Kinder ohne Impfschutz vom Kita-Besuch auszuschließen, wie zunächst die "Bild am Sonntag" berichtete. Die Bundesärztekammer und der Koalitionspartner SPD reagierten mit Zustimmung auf das Vorhaben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.05.2019 | 19:00 Uhr

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