Stand: 02.06.2020 15:23 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Lügde-Ausschuss verzweifelt an Hamelner Zeugen

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Die Taten ereigneten sich auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde. (Archivbild)

Bei der Untersuchung des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lüdge stößt der Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags immer mehr an seine Grenzen. Am Dienstag befragte das Gremium fast zwei Stunden lang eine Mitarbeiterin des Jugendamts Hameln-Pyrmont - viele Antworten gab die Frau allerdings nicht. Der Rechtsbeistand der Zeugin wies wiederholt darauf hin, dass der Untersuchungsausschuss keine Kompetenzen habe, innerbehördliche Angelegenheiten in Niedersachsen zu hinterfragen.

Jugendamt in Hameln involviert

Der Ausschuss in Düsseldorf versucht aufzuklären, wie es zu dem hundertfachen Missbrauch kommen konnte, ohne dass Behörden auf die kriminellen Vorgänge aufmerksam wurden. Im Mittelpunkt des Falles steht ein kleines Mädchen, das als Pflegekind zu einem Pädophilen auf den Campingplatz gegeben worden war. Der Mann und seine Mittäter sind mittlerweile wegen des Missbrauchs von insgesamt 32 Kindern zu Haftstrafen verurteilt worden. Da der 56-Jährige in Lügde lebte und die Kindsmutter im Landkreis Hameln-Pyrmont, waren zwei Jugendämter über die Landesgrenzen mit dem Fall beschäftigt.

Zeugen wollen nicht aussagen

In der Zeugenbefragung beklagten Abgeordnete aller Parteien, dass viele Fragen, die helfen sollten, ähnliche Vorfälle in Zukunft auszuschließen, nicht beantwortet worden seien. Schon in der vergangenen Woche hatte der Ausschuss Zwangsmittel beim Oberlandesgericht Düsseldorf gegen zwei Zeuginnen beantragt. Sie waren ebenfalls beim Jugendamt Hameln-Pyrmont tätig und beriefen sich auf ein allumfassendes Auskunftsverweigerungsrecht.

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Lügde: Jugendamtsmitarbeiter verweigern Aussage

Im Fall Lügde kann der Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags die Aufklärung nicht wie geplant fortsetzen. Mitarbeiter des Jugendamtes Hameln verweigern die Aussage. Mehr bei tagesschau.de. extern

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Einer der Verdächtigen im Missbrauchsfall von Lügde geriet bereits 2002 ins Visier der Polizei. Doch trotz eindeutiger Zeugenaussagen verliefen die Ermittlungen offenbar im Sande. Mehr dazu bei tagesschau.de. extern

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Hilfeportal sexueller Missbrauch

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet Hilfe bei sexuellem Missbrauch an. Über ein Hilfetelefon kann Rat und Beistand geleistet werden. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.06.2020 | 17:00 Uhr

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