Stand: 15.08.2019 21:20 Uhr

Lies fordert nationalen Klimaschutz-Plan

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Im Kampf gegen den Klimawandel mahnt Umweltminister Lies den Schutz von Wäldern und Mooren an.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) fordert eine radikale Kehrtwende in der Klimapolitik. "Wer jetzt noch immer nicht verstanden hat, dass der Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorität haben muss, der wird die drohenden Folgen hautnah spüren", sagte der Minister am Donnerstag in Hannover. Das Vorgehen des Bundes sei zu kleinteilig. "Deshalb brauchen wir in Deutschland endlich einen nationalen Generalplan zum Klimaschutz."

Komplette Umstellung auf erneuerbare Energien

"Wir befinden uns an einem historischen Punkt in der Geschichte der Menschheit, um den CO2-Gebrauch zu reduzieren", mahnte der Minister. Infolge des Klimawandels drohten "überflutete Deiche, baumlose Gebirgslandschaften und ein Wetter, bei dem sich Stürme, Dürren und Überschwemmungen abwechseln". Bundesenergieminister Peter Altmaier (CDU) bremse die Energiewende aus, so Lies' Vorwurf. Die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien sei jedoch die Voraussetzung für den Abbau des CO2-Ausstoßes.

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Wälder und Moore schützen

Lies fordert zudem mehr Geld zum Schutz sowohl von Wäldern als auch von Mooren. In Niedersachsen müssten mehr widerstandsfähige Bäume angepflanzt werden, nicht nur in den Wäldern, sondern auch in den Städten. Das sei wichtig für das Stadtklima und hätte dazu noch einen kühlenden Effekt, sagte Lies. Außerdem plädiert der Umweltminister dafür, mehr Waldfläche naturnah aufwachsen zu lassen. Insgesamt vermisst Lies nach eigenen Angaben ein europäisches Waldkonzept, schließlich mache der Klimawandel nicht vor Landesgrenzen Halt. Auch die Moore in Niedersachsen leiden, weil in den vergangenen Jahren zu wenig Regen gefallen ist. Sie trocknen aus und verschwinden nach und nach.

Die notwendigen Gelder für derartige Maßnahmen könnten aus dem weltweiten Klimafonds kommen, so Lies. Wichtiger als das Geld sei aber, dem Klimaschutz eine Priorität einzuräumen - unabhängig von der Kassenlage.

Früherer Kohleausstieg? Vorschlag stößt auf Skepsis

Der Minister sagte außerdem, ein Ausstieg aus der Kohle im Jahr 2038 sei zu spät: "Unser ehrgeiziges Ziel muss 2030 sein." Damit schließt sich Lies einer Forderung an, die unter anderem die Aktivisten der Schülerbewegung #FridaysForFuture erheben. Wirtschaftsminister und CDU-Landeschef Bernd Althusmann widersprach. "Der hart und schwer verhandelte Kohlekompromiss sollte nicht nach schwierigsten Verhandlungen sofort wieder in Frage gestellt werden", so Althusmann. "Die deutsche Industrie und deren Arbeitsplätze oder aber die Sicherung der Energieversorgung dürfen wir nicht gefährden." Ministerpräsident Stephan Weil fände einen Ausstieg 2030 erfreulich - "wenn es sich machen lässt". Ebenso wie Althusmann verwies er aber auf den umfangreichen Strukturwandel in den Braunkohlegebieten: "Sollte das auf größere Schwierigkeiten stoßen, wird man sich auch noch das ein oder andere Jahr mehr Zeit nehmen müssen", sagte Weil.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.08.2019 | 15:00 Uhr

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