Landeskriminalamt Niedersachsen will Kräfte bündeln

Stand: 24.06.2021 20:13 Uhr

Kriminalität hat sich in den vergangenen Jahren verändert - viele Verbrechen spielen sich im Internet ab. Das Landeskriminalamt Niedersachsen soll dem mit einer inhaltlichen Neuorganisation begegnen.

Insbesondere gehe es darum, die Arbeit in Bereichen wie schwere Kriminalität, Kinderpornografie und Cyberkriminalität zu verbessern, wie Landespolizeipräsident Axel Brockmann am Donnerstag in Hannover bekannt gab. Zudem solle der Staatsschutz im Kampf gegen politische Kriminalität gestärkt und die Extremismusprävention ausgebaut werden. Darüber hinaus werde eine neue Digitalabteilung mit 50 zusätzlichen Experten geschaffen.

Neue Teams sollen Arbeit effektiver machen

Gebündelt werden sollen etwa die Ermittlungen im Bereich schwerer und organisierter Kriminalität, Wirtschaftskriminalität und Korruption. Flexible und besonders ausgebildete Teams sollen in diesem Bereich die Fahndung verbessern. Im Kampf gegen Kinderpornografie soll eine feste Gruppe für dauerhafte Ermittlungen im Darknet ausgebaut werden, einem zumeist von Kriminellen genutzten Bereich des Internets. Eine Zentralstelle soll bei Bewertung und Einstufung extremistischer Gefährder und potenziellen Gefahrenlagen helfen.

Reformen sollen dieses Jahr erfolgen

"Es geht hier nicht darum, alles neu zu machen, sondern die bisherigen Strukturen weiter zu optimieren und inhaltliche Schwerpunkte zu setzen", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Durch die Stärkung der Fachexpertise und Personalaufstockungen solle das LKA zukunftsfest werden. Die letzte grundlegende Organisationsanpassung in der Behörde gab es laut Innenministerium vor rund 15 Jahren. Die Reformen sollten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für all diese Aufgaben bekommt das Landeskriminalamt 69 neue Stellen.

GdP fordert Transparenz in der Personalfrage

Unterstützung kam am Nachmittag von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Organisationsstrukturen zu verändern, um der Organisierten Kriminalität, der Cyberkriminalität und der Kinderpornographie sowie extremistischen Straftaten noch effektiver entgegentreten zu können, unterstützt die GdP ausdrücklich", sagte der Landesvorsitzende Dietmar Schilff in einer Mitteilung. Er forderte aber auch Transparenz in der Personalfrage: Es müsse geklärt werden, woher das Personal kommt, das die Stellen besetzen soll. Die Polizeidienststellen in den Kommunen dürften nicht darunter leiden. "Klar ersichtlich ist, dass die in der Vergangenheit geschaffenen zusätzlichen Polizeistellen nicht gestrichen werden dürfen. Wer den Menschen Sicherheit garantieren will, muss dies auch mit ausreichend kompetentem Personal tun. Insofern ist es notwendig, dass diese Stellen nur aufgrund von Einsparungen nicht wegfallen dürfen", so Schilff. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.06.2021 | 13:00 Uhr

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