Der evangelische Bischof Meister und der katholische Bischof Wilmer sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Hildesheim Dom. © picture alliance/dpa Foto: Chris Gossmann

Kirchen und Ministerpräsident Weil gedenken Corona-Opfern

Stand: 22.11.2020 19:20 Uhr

Das Bistum Hildesheim und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers haben am Totensonntag den während der Corona-Pandemie Verstorbenen gedacht.

Hannovers evangelischer Landesbischof Ralf Meister und der katholische Bischof Heiner Wilmer aus Hildesheim dankten bei der Andacht auch dem Menschen aus Berufsgruppen, die während der Corona-Pandemie besondere Herausforderungen bewältigen müssen. Sie seien bis an die Grenzen ihrer Kräfte und manchmal darüber hinausgegangen, sagte Meister.

Bischof Meister: "Niemand bleibt allein"

Meister unterstricht - auch mit Blick auf das Infragestellen der Schutzmaßnahmen durch manche Kritiker - die Notwendigkeit weiteren gesellschaftlichen Zusammenhalts: "Niemand bleibt allein. Der Beifall vom Balkon ist zwar nicht mehr zu hören, doch Nächstenliebe und Solidarität, Anerkennung und Achtung sind nicht schwächer geworden. Sie werden nur von wenigen übertönt." Er ermunterte die Menschen, angesichts der vielen Opfer der Pandemie einander Trost zu spenden. Viele Angehörige und Freunde hätten sich "weder im Sterben noch bei Trauerfeiern in der Weise verabschieden konnten, wie wir es kannten".

Weil: Corona-Kritiker liegen ganz falsch

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach bei der Andacht: "Wir trauern, wir sind dankbar und wir haben Grund zur Zuversicht." In Niedersachsen seien durch das Virus bereits mehr als 1.000 Menschen gestorben. "Die Pandemie belastet uns alle ganz persönlich", sagte er. "In der Sorge um die Gesundheit von uns und unseren Nächsten, in der Sorge um den Arbeitsplatz und die Existenz, in der Sorge, wie es wohl weitergehen mag." Doch Impfschutz, Schnelltests, und bessere Medikamente seien echte Perspektiven für die nächsten Monate.

Weil sei auch für einen Staat dankbar, der sich für den Schutz seiner Bürger verantwortlich fühle. Den Kritikern der Corona-Maßnahmen hielt er entgegen: "Sie liegen ganz falsch und Sie sind nur eine vergleichsweise kleine Minderheit."

Gedenken auch in Sozialen Netzwerken

Der Gottesdienst wurde wegen der Corona-Pandemie im Internet übertragen. Bereits zuvor waren Zuschauerinnen und Zuschauer aufgerufen, Kerzen zu entzünden und Fotos unter dem Hashtag #NiemandBleibtAllein in sozialen Netzwerken zu teilen.

Wilmer würdigt "großartigen Einsatz so vieler"

"Wir beten in dieser Stunde für die Menschen, die wegen der Pandemie gestorben sind", sagte der katholische Bischof Wilmer. In den Dom waren stellvertretend für viele Engagierte wegen der Abstandsregeln nur wenige Gäste eingeladen. Sie stünden für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Erzieher und Lehrerinnen und all diejenigen, die sich für andere einsetzten, sagte Wilmer. "Wir erleben, dass wir durch den großartigen Einsatz so vieler unserer Mitmenschen schon jetzt Morgenlicht sehen in einer Zeit, die Angst macht und dunkel erscheint."

Trost für Angehörige am Totensonntag

Am Ewigkeits- oder Totensonntag gedenken evangelische Christen der Verstorbenen. Mit dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent endet das Kirchenjahr. Am Totensonntag sollen Angehörige getröstet und zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermuntert werden. Im Zentrum steht dabei auch der christliche Glaube an das ewige Leben über den irdischen Tod hinaus.

Corona-Gedenkgottesdienst im Livestream

Der Gottesdienst kann am Sonntag, 22. November 2020, ab 19 Uhr über die Internetseiten des Bistums Hildesheim (www.bistum-hildesheim.de) und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (www.landeskirche-hannovers.de) sowie über die Seite www.zuhause-gottesdienste.de verfolgt werden, außerdem über die Facebook-Seiten des Bistums und der Landeskirche.

Quelle: Bistum Hildesheim

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 22.11.2020 | 19:30 Uhr

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