Stand: 19.02.2018 16:12 Uhr

Hitlergruß und Beleidigungen? Lehrer abgemahnt

Ein Berufsschullehrer, der im vergangenen Herbst seine Schüler massiv beleidigt und zum Hitlergruß aufgefordert haben soll, ist von der Landesschulbehörde in Lüneburg abgemahnt worden. Er darf jedoch weiter an der Berufsbildenden Schule 3 in Hannover unterrichten. Das erklärte ein Sprecher am Montag. Die Behörde habe keine konkreten Anhaltspunkte, "dass sich der beschuldigte Lehrer tatsächlich rassistisch geäußert oder die Schüler zu einem strafbaren Verhalten aufgefordert hat".

"Unangemessene Wortwahl"

Von der Behörde hieß es weiter: "Bezüglich der für einen Lehrer unangemessenen Wortwahl in einem WhatsApp-Chat mit seinen Schülern ist eine arbeitsrechtliche Maßnahme erfolgt." Nach Angaben der "Hannoverschen Allgemeiner Zeitung" soll der Lehrer im Messenger-Dienst unter anderem an seine Schüler geschrieben haben: "Ihr seid Schlaftabletten und Rum-Nörgler. Das Leben ist ungerecht und heute werdet ihr mal gefickt."

Zu zweit im Klassenraum

Zu der Abmahnung wurde dem Mann für eine Zeit ein Kollege zur Seite gestellt. Dieser sei jedoch kein "Aufpasser" gewesen, erklärte der Sprecher. "Vielmehr handelte es sich um eine vorübergehende Team-Teaching-Maßnahme zur Beruhigung der Situation an der Schule." Sie sei mittlerweile abgeschlossen.

Schüler mit ausländischen Wurzeln betroffen?

Im November war bekannt geworden, dass Schüler von dem Lehrer beschimpft und beleidigt worden sein sollen. Das geschah offenbar vor allem auf Kosten von Schülern mit ausländischen Wurzeln. Nach Angaben von Schülern und Ausbildern soll der Mann, der Azubis aus der Baubranche unterrichtet, Sätze wie "Dreckige Polacken haben auf der Baustelle nichts zu suchen" und "Pass auf deine Kopftuchschlampe auf!" gesagt haben.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Details zu den Disziplinarmaßnahmen wollte der Sprecher nicht nennen. Unabhängig von der Abmahnung durch die Landesschulbehörde, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Mann. Die Arbeit sei jedoch nicht abgeschlossen, sagte Staatsanwaltschaft Thomas Klinge auf Anfrage. Die Akten lägen noch bei der Polizei. Je nachdem, was bei diesen Ermittlungen herauskommt, droht dem Lehrer auch die Kündigung. "Bis das Verfahren abgeschlossen ist, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung", so die Landesschulbehörde.

Weitere Informationen

Hitlergruß-Verdacht: Ermittlungen gegen Lehrer

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen einen Berufsschullehrer, der seine Schüler aufgefordert haben soll, den Hitlergruß zu zeigen. Laut Behörde besteht ein Anfangsverdacht. (07.11.2017) mehr

Hat Berufsschullehrer Schüler massiv beleidigt?

Ein Lehrer einer Berufsbildenden Schule in Hannover soll Schüler beleidigt und zum Hitlergruß aufgefordert haben. Die Vorfälle werden untersucht. Die Schulleitung ist geschockt. (04.11.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 19.02.2018 | 15:30 Uhr

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