Stand: 20.03.2020 07:51 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Gestrandete Urlauber: TUI-Rückholaktion geht weiter

TUI streicht vorerst sämtliche Reise und fliegt alle Gäste zurück in die Heimat. (Archivbild)

Die Corona-Rückholaktion des weltgrößten Reisekonzerns TUI aus Hannover für Zehntausende gestrandete Urlauber wird fortgesetzt. Für heute werden beispielsweise Flieger aus Ägypten, der Türkei und Mallorca am Flughafen in Hannover-Langenhagen erwartet. Bis zum Wochenende will der Reiseanbieter alle Urlauber von den Balearen, den Kanaren, aus Ägypten und Madeira zurückgeholen. Insgesamt sollen dazu fast 30 Maschinen im Einsatz sein. Unterdessen hat das Unternehmen wegen der Coronavirus-Pandemie den größten Teil seines Reisegeschäfts ausgesetzt.

Urlauber müssen Marokko verlassen

Auch aus Marokko und bei einigen Fernzielen müssen Touristen ebenfalls ausgeflogen werden. Marokko hatte TUI aufgefordert, bis Donnerstag alle Touristen aus dem Land zu holen. Der Konzern hatte danach angekündigt, dass die Kunden kontaktiert werden, um die Rückreise zu organisieren. Es müsse sich niemand melden, sagte der Sprecher NDR 1 Niedersachsen. Bislang seien auch noch alle Crews gesund und es gebe keine Ausfälle durch das Coronavirus.

Coronavirus: TUI legt Vollbremsung hin

Hallo Niedersachsen -

Der Reisekonzern TUI hat alle Reisen auf Halt gesetzt. Keine Urlauber dürfen mehr auf ein Schiff, in ein Flugzeug oder in ein Hotel. Es werden nur noch Urlauber nach Hause geholt.

4,08 bei 12 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Kreuzfahrt-Touristen sollen auch ausgeflogen werden

Die Urlauber auf den TUI-eigenen Kreuzfahrtschiffen müssen darauf hoffen, dass sie im nächstgelegenen, geeigneten Hafen an Land gehen dürfen. "Die Gäste werden dann zurück in die Heimat geflogen", teilte TUI mit. Von der deutschen Tochter TUI Cruises seien aktuell noch zwei Schiffe unterwegs.

Vorerst keine Reisen mit TUI

TUI hat bis auf Weiteres Pauschalreisen, Kreuzfahrten und den Hotelbetrieb abgesagt. Mit dieser Entscheidung wolle TUI "einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen der Regierungen leisten", die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Gäste und Mitarbeiter auf der ganzen Welt seien in dem sich gegenwärtig schnell verändernden Umfeld "von höchster Wichtigkeit", begründete der Reiseveranstalter das drastische Vorgehen. Wann man wieder Reisen durchführe, sei noch nicht genau zu sagen. Reisen nach Spanien wurden zunächst bis zum 27. März ausgesetzt. Kunden, die für die Sommermonate gebucht haben, müssen sich vorerst gedulden - eine kostenfreie Stornierung sei derzeit nicht möglich, sagte der Sprecher. Man gehe aber davon aus, den Betrieb in einigen Wochen wieder starten zu können.

Kurzarbeit im Gespräch

TUI selbst will nun Staatsgarantien zur Unterstützung beantragen, bis die normalen Abläufe wieder aufgenommen werden könnten. Die Bundesregierung hatte angekündigt, vom Virus betroffene Branchen mit Bürgschaften für Hilfskredite zu unterstützen. So soll die Beschäftigung der Mitarbeiter gesichert werden. Bei TUI Deutschland laufen derzeit Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat zur Einführung von Kurzarbeit. Ziel sei es, diese zeitnah einzuführen, sagte ein Sprecher. Mitarbeiter sollten zudem Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen.

Videos
02:46
Hallo Niedersachsen

Coronavirus: Die aktuelle Lage in Niedersachsen

16.03.2020 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Aufgrund fehlenden Nachschubs haben Apotheken die Erlaubnis bekommen, selbst Desinfektionsmittel herzustellen. Doch auch die Chemikalien werden knapp. Die Zusammenfassung des Tages. Video (02:46 min)

Ausblick auf das Geschäftsjahr zurückgezogen

Vorstandschef Fritz Joussen hatte bereits im Vorfeld gesagt, dass die TUI ihre Mitarbeiter und Kunden auf möglicherweise länger andauernde Folgen der Corona-Pandemie vorbereite. Dazu gehörten "selbstverständlich" auch Sparmaßnahmen. Geplante Investitionen sollen laut Joussen zurückgestellt, nicht prioritäre Projekte aufgeschoben werden. Der Reisekonzern verfügt eigenen Angaben zufolge noch über Finanzmittel und verfügbare Kreditfazilitäten in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Eine Prognose der weiteren Geschäftsentwicklung für das laufende Jahr traut sich TUI aufgrund der erwarteten finanziellen Belastungen nicht mehr zu. Deshalb hat der Konzern seinen Ausblick von Mitte Februar zurückgezogen.

Verträge mit Hotels sollen neu verhandelt werden

Am Freitag hatte TUI erklärt, mit Hoteliers weltweit in Kontakt zu sein, um "alle Optionen des Kapazitätsmanagements" sorgfältig zu prüfen. Verträge würden derzeit neu verhandelt, um die Kapazitätsgarantien und damit verbunden die Vorauszahlungen vorübergehend zu reduzieren. So könne man "flexibler auf die zukünftige Nachfragesituation reagieren". Der Konzern will die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs auf sein eigenes Geschäft sowie auf das der Partnerbetriebe so gering wie möglich halten.

Weitere Informationen

Coronakrise: Die Folgen für Reiseveranstalter TUI

10.03.2020 18:00 Uhr

Die Osterferien rücken näher. Welchen Effekt hat Corona auf Urlaubspläne der Niedersachsen - und auf Reisekonzerne? TUI hält Investitionen zurück, setzt aber auf erfahrenes Management. mehr

Wie Niedersachsen auf die Corona-Krise reagiert

15.03.2020 19:30 Uhr

Weil eine neue Verordnung übers Ziel hinausschießt, rudert Niedersachsens Gesundheitsministerium zurück. Die Zahl der Infizierten ist mittlerweile auf mehr als 6.000 gestiegen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.03.2020 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:02
Hallo Niedersachsen
02:30
Hallo Niedersachsen
02:16
Hallo Niedersachsen