Stand: 24.09.2020 14:30 Uhr

Fünfeinhalb Jahre Haft für Vergewaltiger

Der Angeklagte sitzt im Sitzungssaal des Landgericht Hannover neben seinem Anwalt Jochen Stein. © dpa Bildfunk Foto: Irving Villegas
Ein 42 Jahre alter Mann ist in Hannover wegen mehrfachen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt worden.

Das Landgericht Hannover hat einen 42-Jährigen am Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hat gestanden, zwischen 2010 und 2013 über Online-Chats Kontakt zu minderjährigen Mädchen angebahnt und sie anschließend vergewaltigt zu haben.

Polizei ermittelt sechs Opfer

Die Tatorte waren unter anderem Hannover und Wolfenbüttel. Bilder und Videos der sexuellen Übergriffe fanden Ermittler in der Wohnung des Mannes. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann 14 Taten vor. Sechs betroffene junge Frauen hatte die Polizei ermittelt - die Mädchen hatten die Taten zuvor nicht angezeigt. Aufgrund des Geständnisses blieb den Opfern eine Aussage vor Gericht erspart.

Videos
Zwei Mitarbeiter der Polizei sitzen an einem Schreibtisch.
7 Min

Kinderpornografie: Immer mehr Ermittlungsverfahren

Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauchs und des Besitzes kinderpornografischen Materials steigt seit Jahren stark an. Für die Polizeikräfte eine schwierige und belastende Arbeit. 7 Min

"Das war mein Schema"

Der 42-Jährige sagte vor Gericht aus, er habe in Chats den zehn- bis 13-jährigen Mädchen die Identität eines attraktiven Jungen vorgespielt und sich dann bei den persönlichen Treffen als dessen Onkel und Fotograf ausgegeben. "Das war mein Schema, das war immer gleich", so der Angeklagte. Vor zwei Jahren war der Mann bereits wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornographischer Schriften zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Psychiater: Keine "Hangtäterschaft"

Strafmildernd seien das Geständnis und die Kooperationsbereitschaft des Angeklagten gewertet worden, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Der 42-Jährige hatte sich von einem Psychiater begutachten lassen. Dem Sachverständigen zufolge liegt keine "Hangtäterschaft" vor. Das heißt, dass nicht zu erwarten ist, dass der Mann auch in Zukunft Kinder missbraucht. Der Angeklagte hatte erklärt, er habe mit dem Thema abgeschlossen, als sein Sohn geboren wurde.

Weitere Informationen
Abgeordnete sitzen im niedersächsischen Landtag (Aufnahme mit langer Verschlusszeit und Zoom-Effekt) © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Landtag: Neue Wege gegen Kindesmissbrauch

Eine Enquetekommission soll künftig den Kinderschutz in Niedersachsen verbessern. Damit soll Missbrauch und sexueller Gewalt, wie etwa im Fall Lügde, vorgebeugt werden. (15.09.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 24.09.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Die Grünbrücke von oben. Sie verbindet zwei große Waldstücke. © NDR Foto: Carsten Janz

Niedersachsen hinkt beim Bau von Grünbrücken hinterher

Viele der ursprünglich für notwendig erklärten Wildüberquerungen für Autobahnen wurden aus den Plänen gestrichen. mehr

Ein Eisbär frisst aus einem "Kürbiskopf". © TeleNewsNetwork
1 Min

Halloween-Party bei Eisbären und Co. im Zoo Hannover

Am Freitag haben Erdmännchen, Eisbären und Elefanten besonderes Futter bekommen: Es gab Halloween-Kürbisse. 1 Min

Auf einem Diplay eines Polizeiwagen steht Unfall, Blaulichter leuchten.

Rinteln: Auto gerät nach Kollision mit Baum in Brand

Die drei Insassen des Pkw konnten sich aus dem Fahrzeug selbst befreien. Der 18-jährige Fahrer kam ins Krankenhaus. mehr

An einem geschlossenen Geschäft weist ein Schild auf die Maskenpflicht hin. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Corona: Neue Verordnung für Niedersachsen in Kraft

Die Regelungen sehen etwa eine strengere Maskenpflicht sowie Sperrzeiten in Orten mit vielen Neuinfektionen vor mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen